Szeneanfang:
Ein Kellerraum. Etwa 100 m2 gross. Kellerlampen werfen ein düsteres Licht. überall liegen Stoffballen, die aussehen, als h?tte jemand Bettdeckenbezüge mit Heu vollgestopft. Staub. Kahle Betonw?nde. Tanja hat versucht, sich auf einen gemauerten Sims zu setzen, f?hrt aber angewidert hoch und ruft: "Ihhh! überall Schmutz! ..."
... und schimpfend zu Martin: "... Das ist aber keine standesgem?sse Bleibe, die du für uns ausgew?hlt hast, lieber Martin!"
Martin, halb entschuldigend, halb um Verst?ndnis werbend: "Liebste Tanja, ich habe mir gedacht, dass wir in einem Raum, der seit Jahren nicht mehr betreten worden ist, am sichersten sind ..."
Martin, krampfhaft um Tanjas Gunst werbend: "... Und deine Sicherheit ist mir mehr Wert als die Bequemlichkeit."
Meneor sitzt mit ausgestreckten Beinen an der Betonwand. Piri liegt ausgestreckt am Boden, mit ihrem Kopf in Meneors Schoss. Antara liegt ebenfalls am Boden und hat ihren Kopf in Piris Schoss. Chromos 5 liegt am Boden und hat seinen Kopf in Antaras Schoss. Meneor: "Was heisst standesgem?ss? ... Ich kann mir darunter nichts vorstellen."
Tanja, ver?chtlich: "Eine Killerbestie mit Bildungshunger ..."
... zu Martin: "... Kannst du es mir nicht ersparen, mit diesem Dingsda zu reden?!"
Martin, befliessen: "Selbstverst?ndlich, Liebes ..."
... zu Meneor, erkl?rend: "Also standesgem?ss ... hm ... Wenn jemand von hohem Stand ist ..."
Meneor, ernsthaft sich zwischen die Beine deutend: "Du meinst, wenn jemand ein St?nder hat?"
Aus dem Off ist das Lachen und Kichern der Genvilles zu h?ren.
Martin, err?tend, sich aber trotzdem bemühend: "?hm ... nicht ganz ... Versuchen wir es anders ... Wenn Person A h?her steht als Person B, dann hat Person A den h?heren Stand."
Meneor, ernsthaft: "Wenn ich also auf einem Felsen stehe und du auf dem Boden, dann habe ich das h?here Stand."
Kichern und Lachen aus dem Off.
Martin, etwas verblüfft: "?hm ja, gewissermassen ... aber ich meinte eher das Stehen in einem Rang und nicht auf einem Felsen."
Meneor, ernsthaft: "Ein Rang ist ein Gestell, auf dem die Leute übereinander stehen k?nnen. Und was oben steht, hat ein h?heres Stand als, was unten steht."
Kichern und Lachen aus dem Off.
Martin beisst sich, angestrengt nach denkend, auf die Unterlippe und sagt dann: "Ja, in einer natürlichen 'Gestellschaft' gibt es Leute, die wichtiger sind als andere. Leute, die mehr Macht und Einfluss haben als andere. Die Einflussreichen sind oben. Die Bedeutungslosen sind unten."
Meneor runzelt die Stirn. Martin, ernst: "Dir f?llt es schwer, Leute zu verstehen, deren Hauptbesch?ftigung es ist, nach oben zu gelangen."
Meneor: "Ich kann es begreifen, aber nicht nachempfinden."
Antara: "Vielleicht kannst du es erspüren."
Held sitzt so weit von den Genvilles entfernt, wie es der relativ kleine Raum erlaubt, und zittert. Gleich daneben, mit dem Rücken zu Held, sitzt der in Gedanken versunkene Yon. Antara, den Kopf immer noch in Piris Schoss, zeigt, ohne hinzuschauen, auf Held und sagt: "Nehmen wir dieses Natürliche da. Was empfindet es?"
Meneor: "Das ?ngstliche Mann hat Angst, wie immer."
Antara: "Und das spürst du?"
Meneor: "Nein, ich rieche es."
Antara: "Versuch's mal ohne Nase ..."
Meneor sitzt mit geschlossenen Augen da und lauscht den Worten Antaras aus dem Off. Antara: "... Schliesse die Augen ... Leg dein Hand auf Piri ..."
Meneor legt seine Hand auf Piris Stirn. Antara, aus dem Off: "... Stell dir vor, wie dein Hand zu einem Kraftfeld wird ... Lass dieses Kraftfeld eintauchen in Piris Gehirn ... Spürst du seine Gefühle?"
Meneor, konzentriert, mit geschlossenen Augen: "Ja."
Antara, aus dem Off: "Dieses Kraftfeld wird von deinem Feldsinn erzeugt ... Versuch es zu lenken ... durch die verschiedenen Bereiche von Piris Gehirn ... Spürst du, wie sich das Wahrnehmung ver?ndert, je nachdem wo du herumtastest?"
Meneor, die Augen ?ffnend, verblüfft: "Ich kann es steuern!"
Antara: "Nun versuche das Feld in das ?ngstliche Mann zu steuern."
Wie Held die Worte h?rt, w?chst seine Angst an, sodass er allm?hlich die Kontrolle über sich zu verlieren droht.
Meer, der irgendwo zwischen den Genvilles herum sitzt, ruft dem gedankenversunkenen Yon zu: "Pass auf Yon, der Chief dreht gleich durch!"
Yon f?hrt herum und realisiert erschrocken Helds Zustand.
Meneor hat die Hand von Piris Stirn genommen und die Handfl?che gegen Held gerichtet. Eifrig, konzentriert und unberührt von Helds desolatem Zustand, versucht Meneor das Tastfeld in Held hineinzusteuern.
Helds Hand zuckt zur Pistole.
Yons H?nde umgreifen Helds Handgelenk, sodass er die Pistole nicht ziehen kann.
Held, erfüllt von Panik, Wut und Verzweiflung: "Lass mich, Yon! ... Der Krieger will etwas mit meinem Gehirn anstellen!"
Yon packt Helds Handgelenk nur noch fester und sagt, erschrocken und betroffen von Helds Zustand: "Ich will nicht, dass du stirbst! ... Was hast du?!"
Meneor, betroffen von dem, was er spürt: "Das Mann hat so starkes Angst, dass ich es kaum ertrage, es zu spüren."
Yon f?hrt zu Meneor herum und ruft verwirrt und gestresst: "So h?r doch auf! Du verst?rkst seine Angst!"
Etwas erstaunt, seine, nun zu sich selbst gedrehte Handfl?che musternd, unterbricht Meneor seine Tastversuche. Meneor: "Aber ich habe nichts getan, nur gespürt."
Yon nimmt eine Hand von Helds Handgelenk, legt sie auf Helds Brust und sagt beruhigend: "Beruhige dich, Chief. Er hat aufgeh?rt. Beruhige dich ..."
Ersch?pft von dem Panikanfall, immer noch leicht zitternd, bleibt Held zwar in der Sitzposition, sinkt aber in sich zusammen.
Yon hat den Arm um Held gelegt und mustert kühl die Genvilles.
Antara, erfreut zu Meneor: "Du hast es geschafft!"
Meneor, ernst: "Ja, aber es war kein sch?nes Erlebnis ... Diese Angstfelder sind so schmerzhaft ... Ich m?chte nicht so leben."
Antara, dunkel l?chelnd: "H?re, Meneor ... Du hast doch schon so oft Schmerzen erlitten im Kampf, ...
...Wenn der Waffen Biss
dir ein Wunde riss ..."
Antara: "... So wie die Qualen, die von blutenden Wunden stammen, sind auch Angstfelder Schmerzen ... Schmerzen eines anderen Farbe vielleicht, nicht rote Schmerzen ... Angstfelder sind schwarze Schmerzen ... So wie du gelernt hast, die roten Schmerzen zu ertragen, habe ich gelernt, die schwarzen zu ertragen."
Meneor: "Ich lasse das schwarze Schmerz geschehen, bis es sich aufl?st?"
Antara: "Ich lasse das schwarze Schmerz geschehen, bis es sich aufl?st."
Meneor: "Es gibt kein Unterschied?"
Antara: "So lange du das Hoffnung und das Mut nicht verlierst, kannst du beides ertragen."
Meneor: "Und wenn du sie verlierst?"
Antara, geheimnisvoll: "Dann bade ich im Licht, so wie du es mir empfohlen hast."
Meneor, Stirn runzelnd: "Wie geht das?"
Antara l?chelt.
Antara dreht das Gesicht so ab, dass nun ihre Wange in Piris Schoss liegt, und legt gleichzeitig ihre Hand auf Piris Bauch. Antara: "Leg dein Hand auf Piris Stirn."
Meneor gehorcht verst?ndnislos. Piri liegt da, l?chelnd, mit geschlossenen Augen.
Antara: "Was spürst du in Piri?"
Meneor: "?h, Moment."
Meneor konzentriert sich und sagt: "Piri ist glücklich."
Antara: "Und welches Farbe hat sein Glück?"
Meneor: "Keines, es ist wie ... Licht ..."
Meneor, geniesserisch: "... Ja, es tut gut in Piris Licht zu baden ..."
Aladan beobachtet Meneors Verzückung und sagt erschüttert: "Dieses Einfalt ... geradezu heroisch."
Tanja: "Wenn wir dieses Schmutzloch verlassen haben, wird es angebracht sein, im Wasser zu baden und nicht im Licht."
Aladan schaut erschüttert zu Tanja.
Aladan, erschüttert: "Estragon, ich brauche jetzt frisches Luft."
Szeneanfang:
Aladan hat seinen Hut abgelegt. Er und Estragon tragen ein Hemd und einen Schottenrock. Sie befinden sich in Natural City, in einer Nebenstrasse, in der N?he des inneren S?uregrabens. Sie werden von den Passierenden halb belustigt, halb befremdet gemustert. Guards sind keine in Sicht.
Aladan: "Warum mussten wir ausgerechnet diese bl?den R?cke nehmen. Damit erregen wir nur unn?tiges Aufsehen."
Estragon: "Dafür sind sie so luftig zu tragen wie unsere Kleider ... Und niemand denkt an Genvilles, wenn wir auftreten."
W?hrend Aladan noch in Gedanken ist, reagiert Estragon auf die Stimme aus dem Off, die ruft: "Mama, schau, ein Teddyb?r!"
Estragon beobachtet, wie das kleine M?dchen von der Mutter weg auf den am Boden liegenden Teddyb?r zurennt, ...
... ihn aufnimmt ...
... und an die Brust drückt.
Erschrocken sieht Estragon, wie aus dem Fell des Teddys eine kleine Vogelfeder ragt.
Zur Verblüffung von Aladan rennt Estragon blitzschnell auf das M?dchen zu, ...
... packt den Teddy, ...
... rennt weiter zum Gel?nder des S?uregrabens ...
... und wirft den Teddy in hohem Bogen in den S?uregraben.
Aladan taucht neben Estragon am Gel?nder auf und fragt: "Was soll das?"
W?hrend beide den Bogenflug des Teddys beobachten, sagt Estragon: "Ein Teddybird."
Aladan erschrickt, ...
... greift unters Hemd ...
... und zieht ein Messer hervor.
Der Teddybird ?ffnet seine Flügel und verwandelt sich so von einem Teddyb?ren in einen gef?hrlich aussehenden Vogel, dessen kurze, stumpfe Teddyschnauze sich zu einem 'Krah' ?ffnet und dabei zwei Reihen spitzer Z?he entbl?sst.
Auch Estragon greift unters Hemd.
Wie auf Kommando zucken die Arme von Aladan und Estragon, ...
... sodass zwei Messer auf den sich immer noch unterhalb des Gel?nders befindlichen Vogel zu rasen, ...
... um sich tief in seinen K?rper zu bohren.
Aladan und Estragon pfeifen.
Die Messer l?sen sich ...
... und fliegen zurück, w?hrend der leblose Teddybird in die Tiefe stürzt.
Mit einer huschenden Bewegung greifen sich Aladan und Estragon die Messer aus der Luft ...
... und lassen sie blitzschnell in ihren Kleidern verschwinden.
Als w?re nichts geschehen, stehen die beiden mit aufgelegten Unterarmen am Gel?nder und schauen in die Tiefe.
Aladan: "Du bist ja verdammt schnell und triffst sogar."
Estragon: "Warum erstaunt dich das? Ich habe genau so viel geübt wie du."
Aladan: "Ja, aber wenn dir eines mit dem Pistole vor dem Gesicht herumfuchtelt, bist du gel?hmt vom Angst."
Estragon: "Ja, ich habe zuerst auch gedacht, dass es Angst ist, das mich l?hmt ..."
Estragon: "... Aber ich fühle gar nicht die Angstfelder ... Ich bin viel mehr erschüttert, ... erschüttert über das Leid, das entsteht, wenn mein Messer in ein K?rper dringt ..."
Staunend und interessiert h?rt Aladan zu.
Estragon: "... Angesichts dieses Leids wollen mir meine Muskeln nicht mehr gehorchen. Nicht etwa, weil sie sich verspannen, im Gegenteil ... Die Muskeln sind v?llig gel?st und reagieren einfach nicht ..."
Aladan: "Aber bei diesem Teddybird ..."
Estragon: "Da habe ich mir vorgestellt, wie die spitzen Z?hne sich in das Hals des Kindes bohren, das es gerade umarmt ... Da haben meine Muskeln pl?tzlich reagiert."
Stimme aus dem Off: "?hm, meine Herren ..."
Aladan und Estragon drehen sich blitzschnell um, ...
... sodass der Vater des Kindes erschrickt. Im Hintergrund steht die vorwurfsvoll blickende Mutter mit der weinenden Kleinen an der Hand.
Der Vater reisst sich zusammen und sagt: "Wie mir meine Frau berichtet, haben Sie meiner Tochter einen Teddyb?ren weg genommen ... Dürfte ich Sie bitten, ihn zurückzugeben."
Estragon: "Das geht leider nicht. Wir haben es get?tet."
Der Vater ist zuerst verblüfft über diese Antwort ...
... und sagt dann ver?rgert: "Für wie dumm halten Sie mich?"
Estragon: "Das war kein Teddyb?r, sondern ein Teddybird. Teddybirds sind fliegende Kampforganismen, die sich als Spielzeug tarnen. Sobald ein Kind mit ihnen spielt, verwandeln sie sich zurück und t?ten es. Ihr Kind w?re also jetzt schon tot, wenn wir das Bird nicht erledigt h?tten."
Verunsichert h?rt der Vater zu.
Im Hintergrund sagt die Mutter ungeduldig: "Zeig's ihnen, Egon!"
Der Vater schiebt seine Bedenken weg und zeigt wieder ein entschlossenes Gesicht.
Egon, vers?hnlich und entschlossen zugleich: "Nun, meine Herren, Sie haben Ihren Spass gehabt. Geben Sie mir den Teddyb?ren und wir vergessen die Sache."
Estragon tritt auf den Mann zu, legt ihm die H?nde auf die Schultern ...
... und sagt eindringlich: "Ich habe Ihrem Kind das Leben gerettet. Wir mussten das Teddybird t?ten, sonst würde es andere Kinder umbringen."
Die Frau giftet: "Lass dir nichts gefallen, Egon!"
Egon holt aus ...
... und will Estragon die Faust ins Gesicht schlagen. Dieser aber weicht Blitz schnell aus.
Wieder und wieder will Egon zuschlagen, trifft aber jedes Mal daneben, weil Estragon geschickt ausweicht.
Mutter, ver?chtlich zum Kind: "Schau mal, das will dein Vater sein."
Egon ist irritiert und h?lt inne. Deutlich ist ihm der Stress, den seine Frau erzeugt anzusehen.
Estragon schaut voller Mitleid auf die kl?gliche Figur vor ihm ...
... und deutet dann, sodass die Frau es nicht sieht, auf seine Magengegend. Stirn runzelnd schaut Egon ihn an.
Estragon bewegt seine volle Faust mit angewinkeltem Arm leicht vor und zurück, um Egon die Schlagbewegung anzudeuten. Gleichzeitig deutet er mit dem linken Zeigefinger auf seine Bauchgegend.
Nicht recht verstehend, holt Egon zum Schlag aus ...
... und versenkt seine Faust in Estragons Magengrube, der mit schmerzhaft verzerrtem Gesicht zusammenklappt.
Zusammengekrümmt liegt Estragon vor den Füssen des etwas verblüfften Egon. Frau: "Siehst du, dein Vater hat es dem b?sen Mann aber gegeben."
Immer noch verwirrt, reisst sich Egon zusammen und dreht sich um zu seiner Familie.
Befriedigt dreht sich die Frau um und h?ngt ihren Arm bei Egon ein.
W?hrend die Familie entschwindet und Egon noch einen verwirrten Blick zurückwirft, sagt Estragon flüsternd: "Sind sie weg?"
Aladan beobachtet, wie die Familie um eine Hausecke verschwindet, und sagt: "Du kannst jetzt aufstehen."
Mit einem Satz ist Estragon auf den Beinen und sagt l?chelnd: "Wo bleibt mein Lob?"
Aladan, abwinkend: "Jaja, das hast du gut gemacht. Wenn du dich nicht h?ttest zusammenschlagen lassen, würde das Frau sein Mann das Rest seines Lebens verachten."
Aladan küsst Estragon auf den Mund ...
... und streicht ihm l?chelnd übers Haar.
Estragon schaut nachdenklich zur Hausecke, hinter der die Familie verschwunden ist, und sagt: "Wie es wohl ist als natürliches Mann?"
Aladan runzelt nachdenklich die Stirn ...
... und sagt dann: "Komm, wir probieren es aus."
Estragon, erstaunt: "Wie k?nnten wir? Wir sind doch nicht natürlich."
Aladan, mit belehrend erhobenem Zeigefinger: "Wir tun alles, was es braucht, um mit einem natürlichen Frau Sex zu haben. Dann wissen wir, wie sich ein natürliches Mann fühlt."
Estragon, ebenfalls mit belehrend erhobenem Zeigefinger: "Wie es sich fühlt, wissen wir dann immer noch nicht. Wir haben nicht das gleiche Bedürfnisstruktur."
Aladan, ohne Zeigefinger: "Na gut, aber wir wissen wenigstens, wie sich ein natürliches Mann aufführen muss."
Estragon, l?chelnd: "Das wird ein interessantes Experiment."
Szeneanfang:
Immer noch in dem ungemütlichen Raum.
Piri umarmt Meneor von hinten und sagt ihm ins Ohr: "Es mag Licht sein in mir, aber da sind auch die Bilder von den Leichenbergen im S?uregraben. Ich werde sie nicht los."
Meneor: "Warum willst du sie los werden?"
Piri, etwas überrascht von Meneors seltsamer Frage: "Na weil sie so schmerzhaft sind."
Meneor: "Ich habe viele Leichenberge gesehen. Aber was geschieht, wenn sie gel?scht werden in meinem Gehirn?"
Piri, nachdenklich: "Aber wie willst du leben, wenn du von Leichenbergen umgeben bist? Und wir selber eben ein riesiges Berg aus 500 Natürlichen aufgeschichtet haben?"
Meneor: "Wie kannst du leben, wenn du ein Teil des Wirklichkeit ins Dunkle schickst?"
Piri, sinnierend: "Vielleicht geh?rt zum Glücklichsein, dass wir die Schatten verdr?ngen."
Meneor: "Ist es nicht besser, die Schatten mit Licht aufzul?sen, statt ihnen das Rücken zuzuwenden?"
Piri, mit grossen Augen: "Aber ich bin doch bloss ein kleines, zierliches Wesen mit einem Lichtlein kaum heller als ein Taschenlampe. Wie kann ich die Schatten des Welt aufl?sen? Das ist ein gewaltiges Aufgabe."
Meneor, mit feinem L?cheln: "Du bist auch gewaltig, Piri."
Piri, Meneor herzend, lachend: "Was für ein Kompliment!"
Meneor lacht auch.
Yon und Meer sitzen etwas abseits von den Genvilles. Yon zu Meer: "Wo bleibt der Chief? Er wollte doch nur pinkeln gehen."
Meer, Schulter zuckend: "Ich glaube nicht, dass er zurück kommt."
Yon, erschrocken: "Was?!"
Meer, beruhigend: "Ich denke nicht, dass ihm etwas zugestossen ist. Sonst h?tten wir Schüsse geh?rt ... Der Chief findet sich nicht ab mit seiner Entmachtung."
Yon, verstehend: "Sie meinen also, er versucht einen Gegenschlag zu organisieren ..."
Yon, Stirn runzelnd: "... Und warum l?sst er mich hier sitzen?"
Meer: "Vielleicht weil er Sie keiner Gefahr aussetzen will. Ein Gegenschlag mit einer Minderheit ist fast Selbstmord ..."
Nachdenklich und bedrückt starrt Yon vor sich hin.
Yon blickt auf, als eine Stimme aus dem Off sagt: "Warum so traurig, junges Krieger?"
Unsicher l?chelnd steht Wagon vor Yon.
Yons Gesicht verdüstert sich.
Wagon, wie oben: "Was hast du?"
Yon, düster: "Lass mich in Ruhe ... Ihr Monster ekelt mich an."
Wagon ist betroffen, ...
... setzt sich dann vor Yon auf den Boden und stützt ihr Kinn aufs Knie, Yon ernsthaft anschauend.
Yon weicht ihrem Blick aus und starrt düster vor sich hin.
Wagon, neugierig: "Stinke ich?"
Yon ist so verblüfft von der Frage, dass er Wagon etwas bel?mmert anschaut.
Wagon, erkl?rend: "Du ekelst dich vor mir, weil ich stinke, nicht wahr?"
Traurig sinkt Yons Blick zurück auf den Boden, w?hrend er sagt: "Mach dich nicht lustig über mich."
Wagon, Stirn runzelnd: "Aber warum solltest du dich sonst vor mir ekeln ... Ich bin doch hübsch."
Seltsam blicklos schaut Yon sie an und sagt: "Du weisst wirklich nicht, warum, hm?"
Wagon, unsicher l?chelnd: "Sag's doch einfach. Dann weiss ich's."
Yon, düster vor sich hin starrend: "Chief Held hat mir ein Leben lang eingebl?ut, dass gentechnisch ver?nderte Organismen Monster sind ... Seit ihr uns das Leben gerettet habt ... Die Begegnung mit dir ... hat mich seltsam berührt ... Ich begann zu zweifeln, ... zu unterscheiden, ... zu ahnen, dass es vielleicht auch etwas Besseres geben k?nnte, ... jenseits des Natürlichen ..."
Yon, Wagon mit Wut und Entt?uschung im Blick voll anschauend: "... Und dann habt ihr die Tribüne gesprengt und 500'000 Menschen in den S?uregraben stürzen lassen! ... Das ... das ist so krank! ... Wie konnte ein Wesen wie du einen solchen Massenmord begehen?!"
Wagon, nachdenklich: "Ja, das frage ich mich auch."
Yon, wie oben: "Siehst du?! Und da fragst du dich noch, warum ich mich vor euch ekle?!"
Wagon, Yon ernst und fest in die Augen blickend: "Nein, ich frage mich, wie du annehmen kannst, dass ein Wesen wie ich ein solches Massenmord begehen kann."
Verwirrt und Stirn runzelnd schaut Yon Wagon an. Ernst und fest erwidert Wagon den Blick.
Yon, verwirrt: "Aber wer war es dann?"
Wagon: "Meneor hat einige Natural Guards beobachtet, die Minen an den Verankerungen des Tribüne befestigt haben ... Also muss es jemand aus euren Reihen befohlen haben ... Und was, wenn nicht das ?ngstliche Mann, würde wohl über so viele Leichen gehen, um die Genmonster zu belasten?"
Yon, tief geschockt: "Der Chief? ..."
Meer: "Zuzutrauen w?r's ihm."
Im wütenden Affekt zieht Yon seine Pistole, ...
... bedroht damit Meer und ruft: "Halten Sie den Mund oder ich knalle Sie ab!"
Meer, ziemlich ungerührt: "Die Wahrheit k?nnen Sie nicht erschiessen, ... nur den Mund, der sie ausspricht ..."
Meer, mit einer Geste auf die Genvilles weisend: "... Dann müssen Sie die aber auch t?ten, denn sie teilen diese Ansicht."
Verzweifelt springt Yon auf ...
... und rennt, mit der Pistole in der Hand, zum Ausgang. Wagon ruft ihm hinterher: "Yon!"
Szeneanfang:
Aladan und Estragon stehen in einem Quartier. Hinter ihnen tuscheln zwei Hausfrauen und schauen dabei kichernd auf die Schottenr?cke.
Frau, auf die R?cke zeigend: "Was da wohl drunter ist?"
Aladan und Estragon, vom Tuscheln aufmerksam geworden, bekommen die Bemerkung der Frau mit.
Wie auf Kommando heben Aladan und Estragon gleichzeitig die R?cke hoch, sodass die beiden schockierten Frauen sehen k?nnen, was darunter ist.
Frau A, entsetzt: "Das sind ja Exhibitionisten!"
Frau B, Frau A gestresst am ?rmel zupfend: "Kommen Sie schnell! Wir müssen zur Polizei."
Eilig, aber nicht rennend, angstvoll zurückblickend, machen sich die beiden Frauen davon.
Aladan und Estragon lassen ihre R?cke fallen. Aladan, kopfschüttelnd: "Zuerst will es wissen, was drunter ist, und wenn wir's ihm zeigen, rennt es davon. Was hat es wohl erwartet zu sehen?"
Estragon, harmlos: "Vielleicht ein Blume."
Aladan, kritisch den Kopf wiegend, mit Blick auf Estragons Schwanzgegend: "Wie ein Blume sieht dein Ding nicht gerade aus."
Estragon kichert.
Aladan: "Lass uns verschwinden. Ich glaube, das holt wirklich das Polizei."
Aladan und Estragon biegen in eine Seitenstrasse ab ...
... und stehen vor zwei Natural Guards.
Szeneanfang:
Yon ist immer noch dabei, mit gezogener Pistole zum Ausgang zu rennen. Hisch rennt auf Yon zu ...
... und hechtet ihn von den Beinen.
Am Boden liegend, will Yon wütend die Pistole auf Hisch richten.
Hisch schl?gt ihm die Pistole aus der Hand.
Mit wütend blitzenden Augen schauen sich Hisch und Yon an.
Yon, trotzig: "Bin ich jetzt euer Gefangener?"
Hisch, aggressiv und laut: "Erz?hl kein Quatsch, du Idiot! Ich wollte dir nur etwas Bedenkzeit verschaffen, bevor du dich in dein Unglück stürzt!"
Hisch, etwas friedlicher: "überleg doch mal! Was hast du für ein Zukunft, wenn du allein durch dieses Tür gehst?"
Yon, trotzig: "Wenigstens kann ich an Helds Seite im Kampf sterben."
Hisch, wütend: "Immer dieses Heldenkacke! Wann hast du das letzte Mal an so etwas wie 'Leben und Geniessen' gedacht?"
Yon, trotzig: "Ich habe noch nie an 'Leben und Geniessen' gedacht."
Hisch geht zu der am Boden liegenden Pistole, erschüttert: "Mann, du bist ein echtes Natürliches: bl?d bis auf das Knochenhaut."
Hisch, ihm die Pistole zu werfend: "Da, nimm dein Spielzeug und bring dich um!"
Yon, aufstehend, die Pistole wegsteckend, ver?rgert: "Du brauchst dich gar nicht so aufzuspielen! Was habt ihr denn für eine Zukunft? In diesem Loch warten, bis euch die Guards ausr?uchern?"
Hisch, selbstsicher: "Nein, wir warten auf unsere Kundschafter. Aladan und Estragon sind nach oben gegangen, um herauszufinden, welche M?glichkeiten wir haben."
Szeneanfang:
Ohne eine Miene zu verziehen, sagt einer der Natural Guards zu Aladan und Estragon: "Ihre Ausweise!"
W?hrend Estragon erstarrt, sagt Aladan l?chelnd: "Ja gern", ...
... greift unters Hemd, ...
... zieht blitzschnell ein Messer ...
... und durchtrennt mit einer weit ausholenden Bewegung die H?lse der beiden Guards.
Mit ernsten Gesichtern stehen Aladan und Estragon vor den hingesunkenen Leichen. Aladans Messer trieft vor Blut.
Wie gebannt starren beide auf die Klinge, die das Blut in sich hineinsaugt.
Sobald das Messer sauber ist, h?lt Aladan es ins Licht, sodass es blitzt, ...
... geht dann in die Knie, ...
... springt auf und dreht sich einmal in der Luft, ...
... um kampfbereit zu landen ...
... und die Luft zu zerschneiden mit heftigen Bewegungen.
Estragon, ernst: "Warum t?test du auf dasselbe brutale Weise wie Meneor? Ich dachte, du magst es nicht."
Aladan l?sst das Messer mit einer raschen Bewegung verschwinden und schaut dann lange und nachdenklich zu Estragon, ...
... bevor er sagt: "Ich glaube, das Krieger wendet dieses Methode aus Mitleid an."
Estragon ist verblüfft.
Aladan: "Das Blutzufuhr zum Gehirn wird sofort gestoppt. Es bleibt wenig Zeit für Schmerz ... Wenn du das Messer in das K?rper st?sst ... das Stich und das Verbluten ..."
Estragon, begreifend, aber bedrückt vom düsteren Thema: "Ja, auch wenn du ins Herz stichst, dauert es l?nger ... Das schnellste Methode aber w?re, das Messer mit vollem Kraft ins Gehirn zu stossen."
Aladan, ernst: "Dann h?tte ich zweimal zustossen müssen ... Und w?hrend ich dabei bin, das Messer aus dem harten Sch?delknochen des ersten zu ziehen, erschiesst mich das zweite Guard."
Schweigen.
Estragon, nachdenklich, leise: "Seltsam, dass du dem Krieger Mitleid zugestehst."
Aladan, wie Estragon: "Ja, das ist seltsam."
Szeneanfang:
In einer leeren Fabrikhalle, am Rand des ?usseren S?uregrabens steht Chief Held vor etwa zwei Dutzend Natural Guard Offizieren und sagt: "Hans Hart hat euch degradiert, weil ihr unter mir bef?rdert worden seid. Wir werden diesen Missstand beheben, ..."
Chief Held, mit emporgereckter Faust, laut: "... indem wir Hart erledigen!"
Die Guards, mit harten, zu allem entschlossenen Gesichtern: "Jawohl, Chief!"
Einer der Guards (Verr?ter) denkt mit ausdruckslosem Gesicht: 'Diese Narren haben doch keine Chance gegen Hart ...'
Szeneanfang:
Aladan und Estragon gehen nebeneinander durch eine Seitenstrasse.
Aladan bemerkt auf der anderen Strassenseite eine junge Frau und geht sofort auf sie zu.
Estragon bemerkt auf seiner Strassenseite eine junge Frau und geht ebenfalls auf sie zu.
Aladan zu der jungen Frau: "Wollen wir zusammen Sex haben?"
Die Frau schaut angeekelt ...
... und sagt dann: "Wenn Sie mich nicht in Ruhe lassen, rufe ich die Guards ..."
Frau, weitergehend: "... Die werden Ihnen den Sex schon austreiben, Sie Schmutzfink!"
Interessiert, als h?tte er eine Labormaus vor sich, registriert Aladan die Reaktion der jungen Frau, ...
... um dann auf die andere Strassenseite hinüber zu schauen, wo ein ebenso interessierter Estragon 'seiner' davon rennenden jungen Frau nachschaut.
Aladans und Estragons Blicke treffen sich.
Wortlos gehen sie neben einander her.
Aladan: "Das bringt nichts. Wir brauchen Rat."
Estragon zeigt auf einen Kiosk. Der Kiosk befindet sich in einer Hausecke, wo die Seitenstrasse in eine belebtere Strasse einmündet.
Aladan und Estragon stehen vor dem Kiosk und betrachten die vielen Hefte mit nackten Frauen auf der Titelseite.
Aladan zur ?lteren, rundlichen Kioskfrau: "Warum haben Sie so viele Papierfrauen?"
Kioskfrau, lachend: "Papierfrauen! Das ist lustig."
Estragon zu Aladan: "Was ist lustig daran?"
Aladan, Schulter zuckend: "Verstehe ich auch nicht."
Estragon zur strahlenden Kioskfrau: "Und? Warum?"
Kioskfrau, verwirrt: "Was warum?"
Estragon, geduldig: "Weshalb haben Sie so viele lustige Papierfrauen?"
Kioskfrau, begreifend: "Ah, ich verstehe. Ihr Jungs seid von einer Sekte ..."
Kioskfrau, anbiedernd: "... Ihr findet das doch nicht anst?ssig oder? ... Ein bisschen Fleisch hat doch jeder Mann gern ..."
Estragon: "Ja Fleisch, ... aber warum Papier?"
Kioskfrau, Augen zwinkernd: "Ah, ich verstehe. Ihr seid Geniesser ..."
Kioskfrau, ihnen einen Sexanzeiger hinstreckend: "... Hier findet ihr genug Adressen, wo ihr Fleisch findet."
Estragon schaut Aladan hilflos an und sagt: "Es ist nicht einfach, das richtige Frage zu stellen."
Ein Mann tritt an den Kiosk ...
... und kauft ein Sexheft. Aladan zum fragend blickenden Estragon: "Jetzt haben wir ein neues Gelegenheit, uns verst?ndlich zu machen."
Der Mann ist weg und Aladan fragt die Kioskfrau: "Warum hat dieses Mann dieses Heft gekauft?"
Estragon, anerkennend, zu sich selber: "Gut so, Aladan."
Kioskfrau: "M?nner haben gerne sch?ne Frauen. Deshalb kaufen sie diese Hefte, um wenigstens Bilder von sch?nen Frauen zu haben."
Aladan und Estragon blinzeln sich zu und zeigen einander den nach oben gereckten Daumen.
Estragon: "Aber warum nicht echte Frauen?"
Kioskfrau, mit einer Armgeste, die bedeutet, dass das doch die selbstverst?ndlichste Sache der Welt ist: "Sch?ne Frauen sind teuer. Die kann sich nicht jeder leisten."
Aladan, Stirn runzelnd: "Warum sind sch?ne Frauen teuer?"
Kioskfrau, traurig auf sich weisend: "Die meisten Frauen sind halt nicht sch?n ... Seht mich an."
Estragon, die Kioskfrau musternd, zu sich selber : "Ja, das ist wahr."
Aladan, zur Kioskfrau: "Mit Gentechnik k?nnten alle Frauen sch?n sein."
Kioskfrau, entsetzt, laut flüsternd: "Psst, das dürft ihr nicht sagen, sonst werdet ihr erschossen."
Aladan und Estragon zeigen leichtes Erschrecken.
Aladan: "Eigentlich wollten wir von Ihnen ein Rat."
Kioskfrau, geschmeichelt: "Worum geht es denn?"
Aladan: "Wie k?nnen wir ein Frau dazu bringen, dass es mit uns Sex haben will?"
Die Kioskfrau ist zuerst etwas befremdet, ...
... sagt dann aber lachend: "Ihr jungen Kerle habt doch immer nur eines im Sinn ..."
Kioskfrau, vertraulich, anbiedernd: "... Aber gut, ich will's euch verraten ..."
Die Kioskfrau winkt die beiden geheimnisvoll tuend heran. Neugierig neigen sich Aladan und Estragon ihr zu.
Kioskfrau, leise und bedeutungsvoll: "... Ihr müsst einer Frau Blumen schenken und Komplimente machen ... Auf gar keinen Fall dürft ihr etwas von Sex sagen ..."
Estragon: "Was verstehen Sie unter Kompliment?"
Kioskfrau: "Etwas sagen, dass eine Frau gerne h?rt, eine Schmeichelei."
Aladan zu Estragon: "Gut, lass es uns versuchen."
Estragon nickt.
W?hrend die beiden sich, die belebte Strasse entlang, vom Kiosk entfernen, sagt Aladan kopfschüttelnd: "Nicht Sex sagen = Sex haben."
Estragon: "Falsch: Blumen + Kompliment + nicht Sex sagen = Sex haben."
Aladan, in die Ferne schauend, leicht l?chelnd: "Sex sagen = davon laufen."
Estragon, erstaunt: "Ja, aber wieso sagst du das?"
Aladan deutet auf einen Blumenladen, wo Kübel mit Blumenstr?ussen auf dem Trottoir stehen: "Sex sagen = davon laufen = Blumen nehmen."
W?hrend sie auf den Blumenladen zusteuern, sagt Estragon grinsend: "Aladan = schlau."
Aladan betritt den Laden. Estragon wartet draussen.
Verk?uferin, l?chelnd: "Was kann ich für Sie tun?"
Aladan, ernst: "Ich m?chte Sex haben mit Ihnen."
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Estragon beobachtet von draussen, wie die Verk?uferin err?tend den Blick senkt, ...
... ergreift einen Blumenstrauss ...
... und verschwindet damit in der n?chsten Seitenstrasse.
Aladan st?sst zu Estragon und sagt: "Das Ablenkung war gut, nicht?"
Estragon, ihm l?chelnd den Blumenstrauss hin haltend: "Ja, mein Dame, Sie sind sehr intelligent."
Aladan verbeugt sich geschmeichelt und sagt: "Oh, wie galant das Herr ... Wollen Sie Sex haben mit mir?"
Beide lachen.
Sie spazieren die Strasse hinunter. Estragon, den Blumenstrauss hochhaltend: "Die Blumen haben wir. Jetzt müssen wir noch ein Kompliment konstruieren."
Aladan, nachdenklich: "Woher sollen wir wissen, welche schmeichelnswerten Eigenschaften ein Frau hat, wenn wir es gar nicht kennen?"
Estragon: "Wir k?nnten es testen."
Aladan, neugierig: "Wie das?"
Estragon: "Wir machen etwas Lustiges. Und wenn es lacht, hat es Humor. Dann k?nnen wir es damit beschmeicheln."
Aladan fasst Estragon bei der Hand und zieht den überraschten auf eine hübsche, junge Frau zu.
Aladan führt mit dem immer noch überraschten Estragon einen l?cherlichen Tanz vor der Frau auf. Diese schaut zuerst l?chelnd zu, ...
... um dann zu kichern, w?hrend die beiden es immer toller treiben mit ihrem Tanz.
Wie Aladan bemerkt, dass sie sich amüsiert, entreisst er Estragon den Blumenstrauss, ...
... kniet vor der Frau hin, ihr die Blumen entgegenhaltend, und sagt: "Oh Frau, Sie haben so viel Humor! Dürfen wir Ihnen als Zeichen unseres Verehrung dieses Blumenstrauss überreichen?"
Die Frau geht err?tend weiter und haucht dabei: "Danke, nein."
Aladan, noch auf den Knien, und Estragon schauen der Frau einigermassen überrascht nach.
Estragon, trocken zu dem aufstehenden Aladan: "Mir scheint, das Theorie des Natürlichen mit den lustigen Papierfrauen stimmt nicht in jedem Fall."
Der jungen Frau nachschauend, hat Aladan pl?tzlich eine Idee.
Er wirft dem überraschten Estragon den Blumenstrauss zu und eilt der Frau nach.
Aladan rennt so schnell, dass die Frau leicht erschrickt, als er pl?tzlich vor ihr auftaucht.
Aladan, beschw?rend: "Welches Kompliment h?ren die Frauen am liebsten?"
Ohne zu z?gern, sagt die Frau: "Dass sie sch?n sind."
Aladan rennt zu Estragon zurück und ruft: "Ich hab's!"
Aladan entreisst Estragon den Blumenstrauss ...
... und sagt würdevoll: "Nun, mein Sohn, beobachte das Grossmeister des Sex und lerne."
Estragon schaut ihn zweifelnd an.
Wie eine sch?ne Frau in ihr Blickfeld trippelt, ...
... geht Aladan würdevoll auf sie zu ...
... und sagt, sich verbeugend und ihr den Blumenstrauss hin haltend: "Ihr Sch?nheit blendet mein Auge."
Der amüsierte Blick der Frau f?llt auf Aladans Schottenrock.
Hochn?sig davontrippelnd, sagt sie: "Ihr Verstand ist wohl auch geblendet."
W?hrend Aladan ziemlich doof aus der W?sche schaut, ist hinter ihm Estragons Lachen zu h?ren.
Estragon klopft dem s?uerlich l?chelnden Aladan auf die Schulter und sagt grinsend: "Wenn ich auch über Sex nichts gelernt habe, das Wortspiel des Dame war gut."
Etwas ratlos sitzen sie nebeneinander auf der Treppe zu einem Hauseingang. Aladan: "Das Sexgleichung des Natürlichen mit den lustigen Papierfrauen ist falsch."
Estragon: "Vielleicht ist es auch bloss unvollst?ndig."
Aladan: "Du meinst: Blumen + Kompliment + nicht Sex sagen + X = Sex haben?"
Estragon nickt.
Aladan: "Und was ist X?"
Estragons Blick f?llt quer über die Strasse auf einen etwa fünfzigj?hrigen Mann, einen Erfolgstypen, der mit zwei hübschen Frauen an einem Tischchen eines Strassencafés sitzt.
Estragon, mit dem Kopf auf den Mann deutend: "Fragen wir doch ein Fachmann."
Wie Aladan und Estragon auf den 'Fachmann' zu gehen, sagt dieser gut gelaunt zu seinen kichernden Begleiterinnen: "Schaut mal die zwei süssen Jungs. Sind die nicht sexy?"
W?hrend Aladan und Estragon vor dem Tisch anlangen, murmelt Aladan leise zu Estragon: "Wie kann das Typ Erfolg haben bei Frauen, wenn es von Sex redet?"
Estragon schaut Aladan an und sagt in normaler Lautst?rke: "Fragen wir es doch."
Fachmann, neugierig und amüsiert: "Na, meine Süssen, was wollt ihr denn fragen?"
Estragon: "Wir suchen das X in folgendem Gleichung: Blumen + Kompliment + nicht Sex sagen + X = Sex haben. K?nnen Sie uns helfen?"
Der Fachmann ist verblüfft, ...
... merkt aber sofort, dass er so keine gute Figur macht, und reisst sich zusammen.
Fachmann, l?chelnd eine einladende Geste machend: "Setzt euch, Jungs, und trinkt was auf meine Rechnung ..."
Die Arme um seine Begleiterinnen legend: "... Ich glaube, das wird ganz lustig, was M?dels?"
Die Begleiterinnen kichern.
Aladan und Estragon sitzen am Tisch, w?hrend sich der Fachmann gedankenvoll ans Kinn greift und sagt: "Dann lasst mich mal überlegen ..."
Ein Kellner n?hert sich Estragon und fragt mit gezücktem Bestellblock den erstaunten Estragon: "Bitte?"
Estragon, leise zu Aladan: "Da steht eines neben mir und sagt 'Bitte'."
Aladan, leise: "Es verlangt, dass du ihm ein Bitte erfüllst."
Estragon, leise protestierend: "Aber wie kann ich ihm ein Bitte erfüllen, wenn ich nicht weiss welches?"
Aladan, leise, Schulter zuckend: "Wir waren immer in den Labors eingesperrt. Deshalb wissen wir jetzt zu wenig über die Umgangsformen der Natürlichen."
Estragon, zu den Begleiterinnen, auf den Kellner deutend: "Was will das Mann von mir?"
Die Begleiterinnen kichern, weil sie die Frage für einen Scherz halten.
Estragon, etwas hilflos zum Kellner: "Welches Bitte soll ich Ihnen erfüllen?"
Die Begleiterinnen kichern. Der Kellner, gezwungen l?chelnd: "Was darf ich Ihnen zu trinken bringen?"
Estragon: "Oh, ?h ... Wasser w?re gut."
W?hrend der Kellner davon eilt, ruft der Fachmann mit in die Luft gestrecktem Zeigefinger: "Ich hab's!"
Fachmann, ernsthaft und überzeugt von sich: "X = Macht."
Aladan, sinnierend: "Blumen + Kompliment + nicht Sex sagen + Macht = Sex haben."
Estragon nickt dazu.
Fachmann, wie oben: "Wenn ein Mann Macht ausstrahlt, liegen ihm die Frauen zu Füssen."
Aladan: "Aber wie sollen wir Macht ausstrahlen, wenn uns jedes Machtbedürfnis fehlt?"
Fachmann, selbstsicher: "Ein gesunder, normaler Mann hat doch ein gesundes Machtbedürfnis."
Estragon: "Mit dem Bedürfnis allein ist es noch nicht getan. Ein Mann muss auch ein Machtposition erobert haben, um Macht ausstrahlen zu k?nnen."
Fachmann, gewichtig zustimmend: "Recht hast du, mein Junge. Recht hast du. Sieh mich an. Mir geh?rt ein Unternehmen. über tausend Leute tanzen nach meiner Pfeife. Da kommt die Ausstrahlung ganz von selbst."
Aladan: "Wir haben weder ein Machtbedürfnis noch ein Machtposition. Wir sind sozusagen machtbehindert."
Estragon: "Wir müssen uns verkleiden, sodass wenigstens das ?ussere so aussieht, als h?tten wir Macht."
Fachmann, zustimmend: "Damit seid ihr bei den Leuten. Die meisten M?nner versuchen, mit ?usserlichkeiten Eindruck zu schinden – und haben oft Erfolg damit."
Aladan, aufspringend, Estragon auf die Schulter klopfend: "Auf, Estragon, zur Maskerade!"
Mit dem Mineralwasser auf dem Serviertablett steht der Kellner neben dem Tisch und schaut den beiden davonrennenden Gestalten verdutzt nach. Der "Fachmann" schaut ihnen lachend und kopfschüttelnd nach.
Szeneanfang:
Ganze Szene Stadtbildschirm. Iris, das Mikro einer der Frauen hinhaltend, die vor den 'Exhibitionisten' Aladan und Estragon geflohen sind: "Sie waren also dabei, als die Exhibitionisten sich entbl?ssten?"
Frau, noch geschockt von dem Erlebnis: "Ja, sie haben ihre R?cke angehoben ..."
Iris, erstaunt: "Ihre R?cke?"
Frau, wie oben: "Ja, sie trugen R?cke ... und darunter hatten sie gar nichts an ... Es war furchtbar!"
Iris, in die Kamera: "Dann handelt es sich also um exhibitionistische Transvestiten ..."
Iris, auf die geschockte Frau weisend: "... Wie wir an diesem traurigen Beispiel sehen, ist es für jede Frau ?usserst traumatisch, wenn sie perversen, ... doppelt perversen M?nnern begegnet ..."
Iris, in die Kamera: "... Wir k?nnen nur hoffen, dass eine langj?hrige psychologische Betreuung des Opfers die schlimmsten seelischen Verletzungen heilen kann. Natürlich geht das alles auf Kosten der Allgemeinheit, woran wir wieder einmal erkennen, wie sozial sch?dlich Perverse sind ..."
Iris kommentiert ein Bild, das zeigt, wie die zwei von Aladan enthaupteten Guards in Blechs?rge gelegt werden: "... Eine weitere traurige Nachricht wühlt uns auf. Zwei tapfere Natural Guards wurden auf bestialische Weise ermordet ..."
Iris, das Mikro einem Fachmann hinhaltend: "... Herr Kriminalpsychologe Doktor Komplex, besteht zwischen dem perversen Angriff auf zwei unschuldige Frauen und diesem perversen Mord ein Zusammenhang? Waren die T?ter dieselben?"
Doktor Komplex, sich r?uspernd: "Exhibitionisten sind feige Naturen. Sie entbl?ssen sich, ohne ihrem Opfer Gewalt anzutun ... Auf der anderen Seite weist die extreme Bestialit?t und Sinnlosigkeit des Doppelmordes auf einen psychisch schwer gest?rten Serient?ter hin ... Aus kriminalpsychologischer Sicht ist es also sehr unwahrscheinlich, dass zwischen den beiden Verbrechen ein Zusammenhang besteht."
Iris, in die Kamera: "Vielen Dank, Herr Doktor Komplex, für diesen Kommentar ... Nützliche Hinweise auf die, demzufolge mindestens drei T?ter nimmt die Natural Guard gerne entgegen."
Szeneanfang:
In dem Raum, wo die Genvilles sich versteckt halten. Yon liegt auf dem Rücken und starrt bedrückt zur Decke.
Pl?tzlich sieht er Wagons Gesicht über sich und erschrickt, weil Wagon 'Buh!' macht.
Yon stützt sich seitlich auf den Arm und will gerade schimpfen, da kommt ihm Wagon zuvor: "Hast du Hunger?"
Yons Magen knurrt, und er sagt missmutig: "Ja."
Wagon, den wenig begeisterten Yon an der Hand zum Ausgang ziehend: "Dann komm."
Meer ruft den beiden nach: "Wenn ihr mir etwas zu essen mitbringt, lasse ich euch Turtelt?ubchen ungest?rt."
Yon, ver?rgert: "Pah."
Wie die Tür hinter ihnen ins Schloss f?llt, sagt Piri zu Meneor: "Wenn Doktor Meer Recht hat, müssen wir ihnen folgen. Wagon wird mehr Augen haben für Yon als für das Gefahr."
Piri und Meneor rennen zur Tür.
In der riesigen H?hle mit der Algenproduktion zieht Yon seine Hand aus Wagons Griff.
Wagon, neugierig: "Ist es nicht sch?n, das W?rme meines Hand zu spüren?"
Yon ist etwas erstaunt über diese Frage ...
... und sagt dunkel: "Ich weiss es nicht ... Ich habe noch nie die W?rme einer Hand gespürt."
Wagon, erstaunt: "Du meinst, du hast noch nie ..."
Yon wird rot. Wagon, auf Yons Gesicht zeigend: "Dein Gesichtsfarbe hat ja gewechselt!"
Yon, noch r?ter, voll Scham und Trotz: "Ja, meine Gesichtsfarbe hat gewechselt."
Wagon, arglos: "Und warum wechselst du das Gesichtsfarbe?"
Yon, immer noch rot, aber auch etwas amüsiert über Wagons Naivit?t: "Weil du in Dingen herumstocherst, die dich nichts angehen."
Wagon, fr?hlich: "Lass uns jetzt essen und duschen. Und dann stocherst du in mir herum, ja?"
Yon steht da, erschlagen von Wagons Offenheit.
Eine Stimme aus dem Off l?sst die beiden herumfahren: "Da wird nicht gestochert, sondern gestorben!"
Eine Handvoll Guards hat sie mit schussbereitem Gewehr umzingelt.
Blitzartig hechtet Yon auf Wagon zu, ...
... sodass beide in die Deckung eines Algentanks fallen.
Wagon l?sst sich auf die Schulterbl?tter fallen und bremst gleichzeitig Yons Sturz mit den H?nden an seinen Schultern.
Für eine Sekunde liegt Yon auf Wagon, die ihm ein schmelzendes L?cheln schenkt.
Yon rollt sich, die Pistole ziehend, zur Seite. Wagon springt, Messer zückend, auf.
Totenstille.
Fragend schauen die beiden sich an.
W?hrend Yon vorsichtig um den Algentank sp?ht, bedeutet er Wagon mit einer Geste, dass sie in Deckung bleiben soll.
Doch Wagons Gesicht taucht neben Yons auf ...
... und beide sehen verblüfft die toten Guards am Boden liegen.
Eine Stimme von oben aus dem Off:
Turtelnde T?ubchen tappen blind in Falle,
doch Piri und Meneor retten sie alle."
Wagon und Yon schauen nach oben, wo Piri und Meneor je auf einem Algentank stehen.
Wagon, mit breitem L?cheln: "Ihr zwei!"
Piri, kichernd: "Ja und ihr zwei geniesst jetzt euer Beisammensein. Wir zwei bewachen euch."
Piri, zu Meneor, nachdenklich: "Ist Guards t?ten auch Licht ins Dunkle bringen?"
Meneor: "Ja, aber das Licht soll nicht nur Schatten vertreiben. Es soll auch etwas enthüllen."
Piri versucht zu verstehen, was Meneor meint ...
... und sagt mit entschlossener Miene: "Dann werde ich für jedes tote Guard ein Wunder pflanzen."
Yon fasziniert, Wagon mit einem L?cheln haben dem seltsamen Dialog gelauscht.
Die ganze Situation ist so befremdlich für Yon, dass er Wagon mit einem überforderten Blick anschaut.
Wagon liegt auf dem Rücken, zieht Yon an ihre Seite und sagt: "Leg dich zu mir Yon, bis deine Nerven Ruhe finden."
Yon liegt auf dem Rücken, w?hrend Wagon sich an ihn kuschelt.
Yon, widerstrebend: "Ich m?chte aber nicht ..."
Wagon, mit dem Zeigefinger auf Yons Lippen, sanft: "Ich weiss. Geniesse das W?rme meines K?rpers. Vergiss das alte Welt. Leere dein stürmisches Geist. Atme tief, bis du nur noch das Schlagen unserer Herzen spürst. Verweile in diesem Augenblick des Geborgenheit. Verwandle alles Schmerz in Tr?nen, sodass es aus dir fliesst und du, wie neugeboren, das Welt mit andern Augen siehst."
Yon, w?hrend sich tats?chlich Tr?nen aus seinen geschlossenen Augen stehlen: "Das wird nicht so einfach sein. Zu viel ist nicht mehr so, wie es war."
Beeindruckt von Wagon, schauen Piri und Meneor sich schweigend an.
Szeneanfang:
Aladan und Estragon stolzieren in üppigen K?nigsgew?ndern, mit je einer Krone auf dem Kopf und einem Zepter in der Hand, eine nicht sehr belebte Strasse entlang. Estragon tr?gt zus?tzlich den geklauten Blumenstrauss. Sie erregen belustigtes Aufsehen.
Estragon geht auf eine belustigt l?chelnde, hübsche Frau zu und denkt: 'Macht + Kompliment' und sagt: "Ich bin ein K?nig und Sie sind das sch?nste Frau des Universums."
Estragon, ihr den Blumenstrauss hin streckend, denkt: '+ Blumen' und sagt: "Darf ich Ihnen diese Blumen als Zeichen meines Verehrung schenken?"
Die Frau bleibt belustigt stehen, ohne jedoch die Blumen zu nehmen.
Estragon denkt: '+ nicht Sex sagen' und sagt: "Darf ich Sie auf H?nden tragen?" Die Frau schaut belustigt auf Estragons H?nde, die ein Zepter und einen Blumenstrauss tragen ...
... und sagt lachend: "Wie denn? Sie haben ja gar keine Hand frei."
W?hrend Estragon verblüfft auf seine H?nde starrt, geht die Frau weiter. Aus dem Off ert?nt ein Lachen.
Estragon schaut l?chelnd zum lachenden Aladan.
Jetzt stimmt auch Estragon in Aladans Lachen ein.
Gleichzeitig, grinsend, werfen sie die Zepter und den Blumenstrauss über die Schultern nach hinten.
L?chelnd schauen sie sich in die Augen, ...
... um sich dann, für einen Augenblick der Z?rtlichkeit zu umarmen.
Sie haben ihre Umarmung gel?st und Aladan sagt: "Die natürlichen Frauen sind mir einfach zu kompliziert. Was wollen die eigentlich?"
Die beiden schauen sich verblüfft an, wie eine Stimme aus dem Off sagt: "Hallo, ihr Spassv?gel, Lust auf Sex?"
Wie auf Kommando fahren beide herum und sehen eine aufreizend angezogene Sexarbeiterin, die sich lasziv vor ihnen r?kelt.
Nicht wissend, wie ihnen geschieht, folgen sie ihr eine Treppe hoch.
In ihrem Zimmer mit grossem Doppelbett beginnt sich die Sexarbeiterin auszuziehen, wobei sie sagt: "Hundert Credits pro Nase. Legt das Geld auf die Kommode."
Die beiden sind zuerst etwas verwirrt, ...
... dann sagt Aladan: "Ich glaube, das will nicht wirklich Sex. Es verkauft es bloss."
Estragon: "Wobei das für unser Experiment kein Rolle spielt. Wir haben wenigstens ein Weg gefunden, Sex mit einem Natürlichen zu haben."
Aladan zum erstaunten Estragon: "Haben wir nicht ..."
Die inzwischen nackte Sexarbeiterin: "Wollt ihr nicht endlich diese l?cherlichen Fummel ablegen?"
Aladan: "... Wir haben n?mlich diese hundert Credits pro Nase gar nicht."
Mit grimmiger Miene vernimmt die Sexarbeiterin diese Worte ...
... und geht zu einer Tür, w?hrend Estragon mit gespieltem Ernst sagt: "Zum Glück sind uns nicht zwei Nasen gewachsen, sonst würde es doppelt so viel kosten."
Aladan l?chelt.
Die Sexarbeiterin sagt durch die halb ge?ffnete Türe: "Mausi, hier wollen mich zwei verarschen ..."
In der offenen Tür steht ein grimmig blickendes Muskelpaket, einen Kopf gr?sser als Aladan und drei Mal so breit. Sexarbeiterin: "... Zuerst kommen sie mit rauf und dann behaupten sie, sie h?tten kein Geld."
Mausi, drohend, die rechte Faust in die linke Handfl?che schlagend: "Wenn ihr eure hübschen N?schen behalten wollt, dann schiebt mal schnell die Kohle rüber."
Estragon, trocken: "Hier schein alles nach dem Nase zu gehen."
Aladan, trocken: "Meinst du, es will uns die Nasen abschneiden?"
Estragon, trocken: "Es h?rt sich ganz so an."
Aladan, als ob er ernsthaft nachdenken würde: "Aber wozu k?nnte das gut sein?"
Estragon, mit gespieltem Ernst: "Vielleicht zu Studienzwecken."
Aladan, kopfschüttelnd: "Schau dir dieses natürliche Exemplar doch an. Das kann doch gar nicht studieren."
Mit etwas bl?dem Gesichtsausdruck folgt Mausi der seltsamen Unterhaltung.
Estragon tritt auf Mausi zu und sagt: "Machen wir doch mal ein Reaktionstest."
Estragon l?sst sich auf die Knie fallen und klopft mit dem Kn?chel seiner Hand leicht auf Mausis Fuss.
Dieser wird wütend und l?sst seine Faust von oben auf Estragon heruntersausen.
Estragon ist schon weg, w?hrend Aladan mit dem Kn?chel des Mittelfingers gegen Mausis Schultern klopft, als w?re es eine Tür.
Wutschnaubend schl?gt Mausi nach Aladan, der natürlich schon weg ist. Gleichzeitig klopft Estragon mit dem Zeigefingerkn?chel an Mausis Hinterkopf.
W?hrend Mausi, wie vom Affen gebissen, wutschnaubend um sich schl?gt und tritt, klopfen ihm Aladan und Estragon mit den Fingerkn?cheln abwechselnd ans Knie, ...
... an den Po, ...
... an das Schulterblatt, ...
... an die Stirn, ...
... an den Bauch, ...
... an die Schl?fe.
Mit offenem Mund verfolgt die Sexarbeiterin die bizarre Szene.
W?hrend Mausi, sch?umend vor Wut, um sich schl?gt und 'Uaaahhh!!!' schreit, huschen Aladan und Estragon aus dem Zimmer.
Kopfschüttelnd ihren tobenden Mausi betrachtend, sagt die Sexarbeiterin: "Du kannst jetzt aufh?ren."
Mit stierem Blick h?lt Mausi inne und lallt: "H??"
Sexarbeiterin, mit verschr?nkten Armen am Türpfosten lehnend, nüchtern: "Sie sind weg."
Szeneanfang:
Der Verr?ter-Guard betritt Harts Büro. Die Tür ist mit 'Kommandant Hans Hart' angeschrieben.
Der Verr?ter schliesst die Tür und stellt sich Hans Harts kaltem Blick. Hart: "Sie wollten mich allein sprechen ... Ich hoffe, es ist wichtig, was Sie zu sagen haben."
Verr?ter r?uspert sich und sagt: "?hm ... ja Kommandant."
Hart, auffordernd, kalt: "Nun?"
Verr?ter, nerv?s: "Ich bin in einer unangenehmen Lage ... Sie haben mich degradiert, weil ich zu Chief Helds Vertrauten geh?rt habe ... Sie misstrauen mir ..."
Hart, ungeduldig werdend: "Ja, ganz Recht ... War das alles?"
Verr?ter, nerv?s: "Nein, warten Sie ... Ich werde Ihnen beweisen, dass Sie mir vertauen k?nnen."
Hart schaut mit aufmerksamer Ungeduld. Verr?ter: "Chief Held plant mit ein paar Guard-Offizieren ein Attentat auf Sie."
Hart ist pl?tzlich hellwach und interessiert: "Woher wissen Sie das?!"
Verr?ter, etwas sicherer, wie er Harts Interesse bemerkt: "Ich geh?re zu der Gruppe."
Harts Blick f?llt nerv?s auf die Pistole an der Hüfte des Verr?ters. Verr?ter: "Ich werde bei der Gruppe bleiben und Sie auf dem Laufenden halten."
Hart entspannt sich und sagt: "Wenn wir die Attent?ter unsch?dlich gemacht haben, werde ich Ihnen Ihren früheren Rang zurückgeben."
Verr?ter, ernst: "Vielen Dank, Kommandant Hart."
W?hrend der Verr?ter das Büro verl?sst, denkt Hart ausdruckslos: 'Ich werde nie einem Mann vertrauen, der seinen Chef und F?rderer verr?t.'
Szeneanfang:
Aladan und Estragon kommen in ihren Genville-Kleidern zurück in das unterirdische Versteck der Genvilles. Wagon, Yon, Piri und Meneor sind ebenfalls wieder dort. Hisch: "Ah, da kommen ja unsere Pfadfinder zurück!"
Aladan: "Wie kommst du auf 'Pfadfinder'?"
Hisch: "Na, ihr seid doch hochgegangen, um ein Ausweg zu finden."
Aladan, unbekümmert: "Wir haben nur ein bisschen frisches Luft geatmet ..."
Yon, ver?chtlich: "Pfff."
Aladan: "... und ein Experiment durchgeführt."
Antara, hellh?rig: "Ein Experiment?"
Piri kr?ht fr?hlich: "Vooortraaag!"
Vor den Augen des verwirrten Yon stellen sich Aladan und Estragon auf Ballen, sodass sie erh?ht sind.
Piri zu Meneor, der in einer entfernten Ecke an einer rostigen Eisentür hantiert: "Kommst du auch, Meneor?"
Meneor: "Ich muss dieses Tür ?ffnen. Wenn die Guards das Eingang finden und blockieren, brauchen wir ein Fluchtweg ... Aber ich h?re jedes Wort."
Aladan, seufzend: "Ja klar, es h?rt jedes Wort."
Wagon, fr?hlich: "Aber ich werde kein Wort h?ren. Ich gehe jetzt n?mlich auf Erkundung nach oben ... Kommt jemand mit?"
Lara, aufspringend: "Ich."
Wagon, besorgt: "Aber dein Bein ..."
Lara, beruhigend: "... ist schon fast verheilt. Es tut nur noch ein bisschen weh."
Szeneanfang:
Sechs Guardoffiziere ziehen das kleinr?drige W?gelchen, auf dem die Abschussrampe mit der etwa drei Meter langen und siebzig Zentimeter dicken Rakete montiert ist, durch die grosse Fabrikhalle mit den vielen Maschinen. überall liegen erschossene Arbeiter.
W?hrend die Guardoffiziere hinter ihm die Rakete in Stellung bringen, schaut Chief Held mit rachedurstigem Blick durch das grosse, offene Fenster ...
... auf das Polizeipr?sidium, wo Hans Hart sein Büro hat.
Held denkt, grimmig l?chelnd: 'Wir brauchen keinen aussichtslosen Bürgerkrieg, Yon, wir brauchen nur einen sauberen Schnitt. Dann haben wir den Laden wieder im Griff.'
Ungesehen schleicht sich der Verr?ter-Guardoffizier weg in einen separaten Raum, ...
... wo er sofort in seinen Kommunikator spricht: "Kommandant Hart?"
Hart steht am Fenster seines Büros und sagt: "Ja?"
Kommunikator auf Harts Pult: "Chief Held will von einem Industriegeb?ude aus eine Rakete auf Ihr Büro abfeuern."
Hart schaut durch ein Fernglas auf das etwa einen Kilometer entfernte Geb?ude und sieht das offene Fenster, mit der auf ihn gerichteten Rakete. Hart denkt: 'Tats?chlich, jetzt dreht er v?llig durch.'
Hart: "Wie viel Zeit bleibt noch bis zum Start?"
Kommunikator: "Einige Minuten."
Hart, erschrocken und wütend: "Was? Warum haben Sie nicht eher angerufen?"
Kommunikator: "Ich habe es nicht gewusst. Der Chief sagt uns nur das N?tigste ..."
Hart rennt gestresst aus dem Büro.
Was der Kommunikator sagt, h?rt er schon nicht mehr: "Da ist noch etwas Kommandant Hart ..."
W?hrend Hart den Flur entlang rennt, denkt er: 'Wenn ich jetzt Alarm ausl?se, sind alle Ausg?nge verstopft und ich komme nicht mehr raus.'
W?hrend Hart gestresst durch den Flur hetzt, ruft ihm ein vorbeigehender Guardoffizier zu: "Kommandant, ist etwas passiert?"
Mit künstlicher Unbekümmertheit ruft Hart zurück: "Ich muss in übung bleiben. Haben Sie etwas dagegen?"
Offizier, befremdet: "?h, nein."
Wie Hart das Polizeipr?sidium durch eine Seitentür verl?sst, zügelt er seinen Schritt.
Hart such sich einen Ort, wo er sowohl das Industriegeb?ude als auch das Polizeipr?sidium im Blickfeld hat und schaut durch das Fernglas.
Eine dicke Rauchwolke zurücklassend, rast die Rakete zielgenau auf Harts Büro zu, ...
... wo sie mit einer lauten Explosion ein riesiges Loch in die Fassade und die dahinter liegenden R?umlichkeiten reisst.
Hart setzt das Fernglas ab und denkt: 'Das war ja nicht so schlimm.'
Hart macht sich zielstrebig auf den Rückweg.
Held steht am Fenster und sagt mit teuflischem Grinsen: "Das war der spassige Teil ..."
Held, wie oben: "... Jetzt warten wir, bis sich die Arschkriecher dieses Verr?ters versammelt haben, um den Schaden zu begutachten, ..."
Held gibt mit der Hand ein Zeichen und sagt: "... um dann zum ernsteren Teil überzugehen."
... worauf einer seiner Offiziere eine Fernsteuerung ausl?st.
Hans Hart ist noch etwa hundertfünfzig Meter vom Polizeipr?sidium entfernt, als dieses pl?tzlich von dumpfen Explosionen erschüttert wird.
W?hrend das Geb?ude majest?tisch in sich zusammensinkt, ...
... wird der fassungslos stehengebliebene Hart in eine Staubwolke gehüllt.
Hart steht vor dem Trümmerhaufen und denkt zerknirscht: 'Mit einem Schlag hat Held das Zentralnervensystem meiner Organisation ausgeschaltet ... Ich habe ihn untersch?tzt.'
Szeneanfang:
Wagon und Lara sitzen, ohne jede Verkleidung, Kaffee trinkend in einem Strassenbistro.
Lara, auf einen etwas verklemmt wirkenden, etwa 40-j?hrigen Mann deutend: "Das Mann dort schaut mir immer zwischen die Schenkel. Aber mein Schusswunde ist doch verheilt. Was gibt es da also zu sehen?"
Wagon, ernsthaft: "Vielleicht findet es dich attraktiv und m?chte Sex mit dir."
Lara, mit grossen Augen: "Aber warum kommt es nicht einfach her und fragt mich?"
Wagon: "Ich habe nicht viel über das Paarungsverhalten der Natürlichen gelesen."
Lara: "Ich auch nicht."
Wagon, den vorbeigehenden Kellner am Jackett zupfend: "Dann lass uns das nachholen."
Der Kellner schaut Wagon fragend an, w?hrend sie sagt: "Sag mal, mein Junges, was tut ein Mann, wenn es Sex haben will mit einem Frau?"
Der Kellner err?tet und stottert: "?h ..., ja... (r?usper) ... nun er macht ihr Komplimente und Geschenke, l?dt sie ein zum Essen, ins Kino oder Theater ..."
Lara, mit unschuldiger Offenheit: "Wo bleibt da das Sex?"
Kellner, peinlich berührt: "... Ja, ... der kommt danach ..."
Wagon, ungl?ubig: "Nach all diesem Theater?"
Kellner, etwas sicherer und halb amüsiert: "Nein, nicht unbedingt nach dem Theater."
Lara, ungl?ubig: "Du meinst, nach all diesem Theater gibt's nicht mal ein Erfolgsgarantie?"
Kellner, ernster und fast ein bisschen traurig: "Nein, die gibt's nicht."
Wagon, neugierig: "Was würde passieren, wenn du auf ein Frau zugehst und es nach Sex fragst?"
Kellner, wehmütig l?chelnd: "Dann h?tte ich ein blaues Auge."
Lara, neugierig: "Du meinst, das Frau würde dir mit dem Faust ins Gesicht schlagen?"
Kellner, wehmütig l?chelnd: "M?glich w?r's."
Wagon und Lara, erschüttert: "Was für ein trauriges Leben."
Kellner, wie oben: "Ja."
Wagon und Lara wollen aufstehen. Kellner: "?hm, Sie müssen noch bezahlen."
Lara: "Bezahlen?"
Kellner, etwas irritiert: "Ja, mit Geld."
Lara: "Was ist Geld?"
Kellner, gezwungen l?chelnd: "Sie scherzen."
Lara: "Manchmal schon, aber nicht immer. Also, was ist Geld?"
Kellner denkt gestresst: 'Die sind vielleicht aus einer psychiatrischen Klinik. Sind ja auch so seltsam angezogen.'
Der Kellner zeigt Lara eine Geldnote.
Lara nimmt die Note, kaut darauf herum und sagt missbilligend: "Schmeckt aber nach gar nichts und nahrhaft scheint es mir auch nicht zu sein."
Kellner schockiert: "Sie k?nnen doch nicht mein Geld essen. Wovon soll ich denn sonst leben?"
Lara staunt: "Du lebst von diesem 'Geld'?"
Lara betastet den Kellner: "Bist du deshalb so dünn?"
Kellner, verzweifelnd: "Neinnein, ich arbeite hier für Geld. Dann kaufe ich mir etwas zu essen und kann davon leben."
Wagon staunt: "Arbeiten für Geld statt für Sinn? Wie krank ist das denn!"
Stimme aus dem Off: "Mama, die dort waren im Fernsehen!"
W?hrend das Kind, an der Mutter zerrend, auf Wagon und Lara zeigt, schauen alle Leute von den Bistrotischen auf und tuscheln.
Ein Mann rennt zu einer auftauchenden 2-Mann-Guardstreife und ruft, auf Wagon und Lara zeigend: "Genmonster! Dort sitzen zwei Genmonster!"
Reaktionsschnell rennen Wagon und Lara davon, die Guards mit gezogenen Waffen ihnen nach. Hinter den Guards steht der Mann, der sie gerufen hat, und fragt mit etwas dümmlichem Gesichtsausdruck: "Gibt's dafür eine Belohnung?"
Szeneanfang:
Piri fasst Meneor bei der Hand und sagt aufspringend: "Wenn die sich da oben vergnügen, will ich auch etwas haben von Natural City!"
Leia, auf Piri zurennend: "Ich will auch etwas haben von Natschu City!"
Tanja, im Befehlston: "Leia, bleib hier!"
Am Ausgang hat Piri Leia an der einen, Meneor an der anderen Hand gefasst und ruft fr?hlich: "Kein Angst, wir sind doch ein ganz natürliches Familie!"
Die Genvilles kichern. Tanja schmollt.
Szeneanfang:
Hans Hart, die Treppe zur Universit?t erklimmend. denkt: 'Wer h?tte das gedacht? Nun wird aus dem Monster vielleicht ein Joker.'
Hart betritt die Eingangshalle und geht zum Empfang, wo ihn eine Sekret?rin fragend anblickt.
Hart: "Ich will sofort den Leiter der Universit?t sprechen!"
Sekret?rin, ungerührt: "Haben Sie einen Termin?"
Hart, kühl: "Ich bin Kommandant Hart. Melden Sie mich an!"
Sekret?rin, gereizt: "Da kann ja jeder kommen."
Hart geht weiter durch die Eingangshalle, w?hrend die ver?rgerte Sekret?rin ruft: "Sicherheitsdienst!"
Zwei Wachm?nner kommen angerannt, ...
... sehen, wie die Sekret?rin auf Hart deutet, ...
... und verfolgen ihn.
Wie Hart die sich n?hernden Wachm?nner h?rt, dreht er sich um ...
... und befiehlt: "Führen Sie mich zum Leiter der Universit?t!"
V?llig verdattert bleiben die Wachm?nner stehen, salutieren und sagen: "Ja... Jawohl, Kommandant Hart!"
Die Sekret?rin beobachtet die Szene mit offenem Mund.
Hart und der Leiter der Universit?t gehen nebeneinander einen Gang entlang. Leiter: "Wir haben Herrn Caesar, gem?ss Ihren Anweisungen, unsere volle Unterstützung gew?hrt ... Er ist allerdings etwas mühsam ..."
Hart, mit kühlem Interesse: "Wie meinen Sie das?"
Der Leiter ?ffnet die Tür zur Bibliothek und sagt: "Sehen Sie selbst."
Aus der ge?ffneten Tür ist ein Lachen zu h?ren.
Als Zeichen der überraschung hebt Hart die Augenbrauen, w?hrend er Caesar beobachtet, der ihm den Rücken zuwendet, vor einem Tisch mit zahlreichen aufgeschlagenen Büchern und Broschüren sitzt und sich vor Lachen auf die Schenkel schl?gt. Leiter im Flüsterton zu Hart: "Wir machen uns Sorgen um seine geistige Gesundheit."

