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Band 40

  Ilis H?nde liegen auf dem Sarg, wie sie verwirrt sagt: "Wie aufwecken? Das Mann ist kalt und ohne Leben."

  Antara betrachtet den K?rper mit geschlossenen Augen und sagt: "Seine Zellen haben noch gelebt, als es unterkühlt wurde. Diese Forschenden haben es richtig gemacht. Nichts ist zerst?rt. Wir k?nnten das Leben in es zurückfliessen lassen."

  Ili fragt: "K?nnten?"

  Antara schaut Ili an und erl?utert: "Es steht an dem Grenze zum Tod und würde, kaum erwacht, an Altersschw?che sterben."

  Ili, mit dem hoffenden Blick eines Kindes: "Aber die Nutzwesen k?nnten es doch retten oder?"

  Durch Ilis Bemerkung wird Antara etwas klar ...

  ... und mit diesem Ausdruck des Begreifens sagt Antara: "Das hat es also gemeint mit 'es'!"

  Ili macht ein Fragezeichengesicht.

  Antara, noch ganz gefangen von ihrer Erkenntnis: "Die Forschenden wollten das üppige Lebenskraft der Krebszellen nutzen, um diesem Mann das Unsterblichkeit zu schenken."

  Ili wirkt bedrückt. Antara fragt leicht erstaunt und mitfühlend: "Wie ist dir, Ili?"

  Ili, leise, bedrückt: "Dann haben sie die Menschen in den Glasflaschen alle krank und tot gemacht, nur um diesem da zu helfen?"

  Antara pflichtet traurig bei: "Das Pfad des Gentechnik ist gepflastert mit grausamen, sinnlosen und gef?hrlichen Experimenten."

  Ili, wie oben, aber mit grossem Blick zu Antara: "Ja, ich bin doch auch bloss ein sinnloses und gef?hrliches Experiment."

  Antara, eindringlich: "Jedes Wesen ist so gef?hrlich, wie sein Herz schwarz ist. Dein Herz aber ist so klar wie Kristall."

  Ili, wie oben, mit einem Hauch Protest: "Aber mein Herz ist gar nicht klar, sondern aus Blut gefülltem Fleisch. Wie kannst du wissen ...?"

  Antara sinkt auf die Knie, um Ili zu umarmen und den Kopf an Ilis Bauch zu legen. Antara, mit innigem L?cheln: "Das reine Herz ist doch bloss ein poetisches Bild. In Wahrheit kann ich in dein Gehirn schauen, als w?re es aus Glas, und dem Tanz deiner Wisperfelder beiwohnen, von denen keines ein Schatten wirft."

  Ili blickt staunend auf Antara hinab.

  Szeneanfang:

  Wie Pferdchen und Giftstrauss mit dem Kirchenm?dchen auf dem Marswegdopplerwesen auftauchen, bietet sich ihnen ein schrecklicher Anblick. überall liegen erschossene Menschen in ihrem Blut.

  Geschockt schaut sich das M?dchen um, ...

  ... entdeckt die tote Nonne ...

  ... und schreit entsetzt: "Das ist nicht der Himmel! Das ist die H?lle!"

  Erst jetzt wird sichtbar, dass Mars-Genville zu einer hübschen, kleinen Siedlung heran gewachsen ist, welche von der enorm vergr?sserten Atmosph?renqualle überdacht und beschützt wird. Ambellmi hat seinen m?chtigen Schutzquader aufgel?st und schwebt reglos und schweigend hinter dem Wegdoppler.

  Das M?dchen springt vom Wegdoppler auf den Marsboden ...

  ... und wieselt zu der toten Nonne, ...

  ... wo es auf das leblose, blasse Gesicht der Nonne blickt, w?hrend ihm Tr?nen übers Gesicht laufen.

  Das M?dchen kniet nieder, um der Nonne das Kreuz abzunehmen, welches sie um den Hals tr?gt. M?dchen, weinend und trotzig zugleich: "Liebe Mutter, ich werde damit den Teufel verbrennen."

  Angelockt von der Stimme des M?dchens, linst der Bewaffnete hinter einem Haus hervor ...

  ... und kommt, wie er nur das harmlose M?dchen sieht, selbstsicher grinsend n?her. Mann: "Da hinten habe ich eine sexy Mama. Fehlt also nur noch das T?chterchen für eine glückliche Familie: Was sagst du zu deinem neuen Papa?"

  M?dchen, weinend, grimmig: "Hast du alle get?tet?"

  Mann, der nicht begreift, wo das Problem ist, ganz selbstverst?ndlich: "Aber ja, sie sind mir frech gekommen. Das mag ich nicht."

  Das M?dchen streckt das Kreuz der Nonne mit beiden H?nden dem Mann entgegen, geht weinend auf ihn zu und sagt tapfer: "Dann bist du der Teufel. Ich werde dich verbrennen."

  Der Mann greift nach seiner Schusswaffe und sagt mit aufflackernder Wut: "Dann eben nicht."

  Wie das M?dchen mit dem ausgestreckten Kreuz noch einen Meter von dem Mann entfernt ist, zielt er auf den Kopf des M?dchens.

  Bevor er abdrücken kann, beginnt seine Hand ...

  ... und dann sein ganzer K?rper zu zerfliessen.

  Geschockt und fasziniert zugleich beobachtet das M?dchen den Vorgang, ...

  ... bis nur noch eine Schleimlache von dem Mann übrig ist.

  Pferdchen, nüchtern: "Wenn das kleine Menschenwesen noch mehr so auf Bewaffnete los geht, braucht es ein Leibwache ..."

  Pferdchen klopft Giftstrauss auf den Rücken und sagt lachend: "Viel Spass!"

  Giftstrauss bleibt ernst: "Ambellmi war doch hier. Warum hast du das Mann nicht daran gehindert, alle umzubringen?"

  Ambellmi: ""Ich bin bloss ein Nutzwesen zum Ver?ndern von Bedürfnisstrukturen und kein Gottheit zum Lenken des Universums.""

  Das M?dchen schaut überrascht zu Pferdchen und Giftstrauss: "Wer hat da geredet?"

  Pferdchen deutet über seine Schulter auf das hinter ihm schwebende Ambellmi und sagt geringsch?tzig: "Das war dieses stille Nichtstun, das da sinnlos in dem Luft h?ngt. Es hat kein Mund und spricht direkt in dein Kopf."

  Das M?dchen starrt Ambellmi verst?ndnislos an und sagt mehr zu sich selbst: "Stilles Nichtstun?"

  Ambellmi: ""Ich bin Ambellmi und so m?chtig, dass ich dieses Planet mit einem Gedanken aufl?sen k?nnte. Ich will nicht, dass die Lebewesen ihr Freiheitsgefühl verlieren. Deshalb greife ich nicht ein.""

  Ohne etwas begriffen zu haben, starrt das M?dchen ehrfürchtig auf Ambellmi und sagt: "Du kannst fliegen. Bist du auch ein Engel?"

  Pferdchen legt die Hand vor den Mund, damit der Schall nach hinten gelenkt wird, und sagt verschw?rerisch zu Ambellmi: "Sag ja! Das macht es einfacher."

  Ambellmi: ""Ich kann wohl so viel bewirken wie ein Engel, ja.""

  Das M?dchen wird sich der Situation wieder bewusst und wirkt verloren und traurig, wie es sagt: "Aber das ist nicht der Himmel. Alle sind tot."

  Ambellmi: ""Es gibt kein Himmel, ausser wir schaffen es. Es sind nicht alle tot. Da ist noch dieses Frau.""

  Pferdchen, naiv: "Ach ja, sexy Mama. Was das wohl heisst?"

  Ambellmi: ""Das Mann meinte damit, ...""

  Pferdchen springt von dem Wegdoppler und unterbricht ungeduldig: "Was dieses Schleimsüppchen gemeint hat, ist mir egal. Ich gehe es jetzt suchen. Kannst du diese K?rper verschwinden lassen, Ambellmi? Wir k?nnen nicht alle aufessen, bevor sie stinken."

  Giftstrauss und Pferdchen verschwinden zwischen den gewachsenen H?usern. Traurig und ohne Hoffnung geht das M?dchen ihnen nach.

  Ambellmi bewegt sich zu den Leichen ...

  ... und eine nach der anderen verwandelt sich samt Blutlache spurlos in Schnelle Energie.

  Auf einem idyllisch bepflanzten Pl?tzchen entdecken Giftstrauss und Pferdchen die junge, attraktive Frau. Sie ist nackt, mit dem Gesicht zum Stamm, an einen Baum gefesselt. Pferdchen, nüchtern: "Da haben wir ja sexy Mama."

  Sofort kreischt die Frau los, wobei sie vergeblich versucht nach hinten zu schauen: "Lass mich in Ruhe, du Perverser!"

  Wie Pferdchen und Giftstrauss in ihr Blickfeld gelangen, schl?gt die Wut der Frau um in Entsetzen: "Nein, nicht mit Tieren! Hilfeee!!"

  Giftstrauss bringt sein Gesicht nahe an dasjenige der Frau und sagt freundlich: "Warum sprichst du so laut? Wir verstehen dich gut."

  Verwirrt und zitternd vor Angst starrt die Frau Giftstrauss an.

  Pferdchen macht sich daran, das um den Baum herum geführte Seil, mit dem die Füsse der Frau gefesselt sind, zu l?sen, w?hrend Giftstrauss sich an den Handfesseln zu schaffen macht.

  Wie die Frau befreit ist, weicht sie vom Baum zurück, bedeckt ihre Bl?ssen und faucht, immer noch zitternd vor Angst: "Und jetzt? Was habt ihr mit mir vor?"

  Pferdchen, freundlich: "?hm, eigentlich nichts."

  Giftstrauss gibt Pferdchen zu bedenken: "Sollten wir nicht ihr Bedürfnisstruktur wandeln? Sonst werden sich die Natürlichen in Mars-Genville immer wieder umbringen."

  Die Frau flüchtet und schreit entsetzt: "Ich will keine Bedürfnisstruktur! Hilfeee!!"

  Seufzend schauen sich die Kampforganismen an.

  Das M?dchen hat die Szene beobachtet und fragt etwas verwirrt vom Verhalten der Frau: "Was hat die Frau?"

  Pferdchen, ratlos: "Kein Ahnung."

  Giftstrauss: "Kannst du es nicht zu Ambellmi bringen, damit es ihm helfen kann? Vor dir hat es bestimmt kein Angst."

  Das M?dchen nickt tapfer ...

  ... und macht sich auf die Suche nach der Frau.

  Das M?dchen entdeckt die Frau in einem vor Sicht geschützten Winkel beim Anziehen von Unterw?sche.

  M?dchen, dem der Schock des Massakers in den Gliedern sitzt und das verweint aussieht, tapfer: "Komm, die Engel helfen dir!"

  Die Frau, die mit ihrer Vergewaltigung zu k?mpfen hat, sagt zitternd mit dem hilflosen Versuch, ver?chtlich zu wirken: "Diese Monster?"

  M?dchen, trotzig: "Das sind Engel. Sie helfen mir. Wir haben die Kirche geputzt und den Teufel get?tet."

  Frau, wie oben: "Pah, das nennst du 'helfen'? Schau dich an! Du bist ja ganz verweint."

  M?dchen, weinend: "Der Teufel hat die Mutter get?tet."

  Die Frau versteht f?lschlich, dass das M?dchen seine leibliche Mutter verloren hat, und ist von dieser Trag?die so beeindruckt, dass ihr eigener Schmerz dadurch in den Hintergrund rückt. Frau: "Oh ..."

  Die Frau nimmt das M?dchen in die Arme und sagt mitfühlend: "Du hast deine Mutter verloren, du armes Kind."

  Das M?dchen nimmt die Frau bei der Hand und sagt tapfer: "Komm, wir müssen zu Ambellmi!"

  Widerstrebend, mit einem Fragezeichengesicht l?sst sich die Frau mitziehen.

  Wie Ambellmi und die Kampforganismen in Sicht kommen, deutet Pferdchen auf Ambellmi und sagt zur Frau: "Leg dich unter Ambellmi und beweg dich nicht!"

  Frau ruft trotzig: "Warum, will dieser schwebende Pfannkuchen mich auch vergewaltigen?!"

  Ambellmi: ""Ich werde das schmerzhafte, Angst ausl?sende Erinnerung an das Vergewaltigung so weit abschw?chen, dass es nur noch unangenehm ist. Dann weisst du zwar noch, was geschehen ist, aber es qu?lt dich nicht mehr.""

  Die Frau ist bei Ambellmi angekommen, schaut zu ihm auf und ruft wütend: "Und wenn ich schwanger werde von dem Schwein oder er mir eine Krankheit angeh?ngt hat?!"

  Giftstrauss zu Pferdchen, ernsthaft: "K?nnen Natürliche vom Schwein schwanger werden?"

  Pferdchen ist überfragt: "Kein Ahnung."

  Ambellmi: ""Ich werde alle Zellen des Mannes und ein allf?llig befruchtetes Ei aus deinem K?rper entfernen.""

  Die Frau staunt: "Das kannst du?"

  Unsicher legt sich die Frau z?gernd unter Ambellmi auf den Boden ...

  ... und schliesst die Augen.

  Nach kurzer Zeit sagt Ambellmi: ""Es ist getan.""

  Die Frau ?ffnet die Augen und sagt erstaunt: "Die Angst und der Ekel sind tats?chlich weg. Bin ich jetzt sauber?"

  Pferdchen, sp?ttisch: "Wenn du so am Boden rumliegst ..."

  Die Frau richtet sich auf und sagt misstrauisch: "Und was hast du sonst noch gemacht?"

  Ambellmi: ""Ich habe dein Herrschbedürfnis gel?scht ... und dein Verlangen nach m?chtigen M?nnchen.""

  Frau, ver?rgert: "Soll das heissen, dass ich jetzt den Rest meines Lebens arm bleibe und nur noch auf Schlaffis stehe?"

  Ambellmi: ""In Genville gibt es kein Armut. Bloss weil ein Mann nicht nach dem Weltherrschaft strebt und dafür über Leichen geht, muss es nicht ein Schlaffi sein. Es kann sein Kraft einsetzen, dich glücklich zu machen. Und es wird Erfolg haben, weil du von ihm nicht mehr das Weltherrschaft als Voraussetzung für dein Bewunderung und Liebe verlangst.""

  Sichtlich verwirrt, starrt die Frau vor sich hin.

  Pferdchen zeigt auf das M?dchen und sagt: "Jetzt du."

  Gehorsam legt sich das M?dchen unter Ambellmi. Ambellmi: ""Ich werde das Schrecken bei dem Erinnerung an dieses Massaker hier abschw?chen, dein Herrschbedürfnis l?schen und dafür sorgen, dass du nie ein Verlangen nach Alpha-M?nnchen entwickelst.""

  Wie das M?dchen noch mit geschlossenen Augen da liegt, sagt Ambellmi: ""Es ist getan. Ihr beiden seid jetzt die ersten neuen Natürlichen auf Mars-Genville.""

  Giftstrauss, nachdenklich: "Hoffentlich klappt's jetzt. Wenn wir bloss das natürliche Grausamkeit zum Mars schicken, funktioniert es nicht."

  Pferdchen, zu Ambellmi: "Wir holen noch mehr Natürliche, die nicht mehr in Natural City leben wollen. Und du wandelst ihre Bedürfnisstrukturen. Dann werden wir sehen, ob Natürliche überhaupt f?hig sind zu einem friedlichen Leben."

  Ambellmi: ""Ich warte.""

  Wie Pferdchen, Giftstrauss und das M?dchen weggedoppelt sind, sagt Ambellmi zu der Frau: ""Pferdchen und Giftstrauss sind ja auch ein Experiment.""

  Frau, überfordert von so viel Neuem: "Dieses Mars-Ding ist ein Experiment? Und ich bin jetzt auch eine deiner Laborratten?"

  Ambellmi: ""Na ja, du hast ja das Natürlichkeit eben in seinem vollen Grausamkeit erlebt. Glaubst du nicht, dass es sich lohnt, herauszufinden, was wir ?ndern müssen, damit es allen gut gehen kann?""

  Frau, zweifelnd: "Ich weiss nicht. Bis jetzt ist alles, was wir versucht haben, schief gegangen. Aber deine Behandlung hat mir gut getan. Wenn es für alle Menschen etwas gibt, das ihnen gut tut ..."

  Ambellmi: ""Für alle Wesen, die bereit sind, sich zu wandeln. Pferdchen und Giftstrauss sind zwei der gef?hrlichsten Killer, die je auf dem Erde gelebt haben. Ich habe Ihr Bedürfnisstruktur nach ihrem Willen gewandelt und jetzt erforschen sie mit mir, wie sie den Natürlichen ein Zukunft schaffen k?nnen.""

  Mit leichtem Schauer beim Gedanken, eben hautnah bei diesen gef?hrlichen Monstern gewesen zu sein, versucht die Frau mit grossem Blick auf Ambellmi die Bedeutung der Worte zu erfassen.

  Ambellmi: ""Hilfst du uns dabei?""

  Frau, etwas verloren: "Wie soll das gehen? Ich habe keinen Doktor."

  Ambellmi: ""Dazu braucht es nichts Dokt?ses. Ich muss nur wissen, was meine Wandlungen bei dir bewirken. Ich will nicht, dass sich noch jemand wegen mir umbringt. Ich will überhaupt kein Gemetzel mehr. Ich darf keine Fehler machen. Und dein Sicht der Dinge wird mich leiten.""

  Frau, Kopf schüttelnd, mit schmalem L?cheln: "Ich bin also nicht nur deine Laborratte, sondern auch dein Leuchtturm."

  Ambellmi: ""Hahaha, willkommen in Genville!""

  Szeneanfang:

  Antara kniet immer noch vor Ili und h?lt sie umschlungen. über Ilis Gesicht rollt eine Tr?ne der Rührung, wie sie sagt: "Steh auf, Antara, sonst muss ich weinen."

  Antara schaut überrascht auf: "Weinen?"

  Ili, w?hrend ihre Tr?nen rollen: "Ich war schwer krank, hatte starke Schmerzen, sah nie das Tag und jedes Sekunde konnte ein Natural Guard herein kommen und mich t?ten. Nur die warmen Augen von Lapsus haben mich am Leben gehalten. Und jetzt bin ich gesund, lebe im Paradies und das sch?nste, klügste und st?rkste Frau des Erde findet mich gut. Das ist so sch?n. Das tut fast weh. Da muss ich weinen."

  Antara hat sich erhoben und küsst Ili l?chelnd die Tr?nen vom Gesicht.

  Pl?tzlich wird Antaras Gesicht ernst und sie runzelt die Stirn. Ili greift spontan mit der Hand an Antaras Wange und fragt besorgt: "Was hast du, Antara?"

  Antara, wie oben: "Ich frage mich, wie dieses Station und dieses Kühlsarg mit Energie versorgt werden."

  Ili versteht nicht, warum das wichtig ist, und macht ein Fragezeichengesicht.

  Antara schliesst ihre Augen und tastet die Station mit ihrem Feldsinn nach einer Energiequelle ab, ...

  ... bis sie fündig wird und ruft: "Diese Verrückten haben ein Atomreaktor gebaut!"

  Ili versteht nicht: "Was ist daran so schlimm?"

  Antara, etwas aufgeregt: "Wenn es durch brennt, stirbt dieses Baum und das Umgebung bis nach Genville wird radioaktiv verseucht. Statt das Kraft des Himmels zu nutzen, haben sie hier ein Zeitbombe vergraben."

  Ili, interessiert: "Kraft des Himmels?"

  Antara erl?utert: "Ja, das Sonne liefert genug Energie für ein angenehmes Leben, ohne dass wir mit einem hohen Risiko dafür bezahlen müssen."

  Ili gibt zu bedenken: "Sie wollten aber kein angenehmes Leben. Sie wollten sich verstecken."

  Antara nickt: "Ja und früher oder sp?ter wird jemand daran sterben."

  Antara, bestimmt: "Ich werde dieses Station mit dem Reaktor aufl?sen."

  Ili, etwas erschrocken: "Aber dann wird das alte Mann sterben."

  Antara: "M?chtest du es wecken?"

  Ili, nachdenklich: "Ich weiss nicht. Es hat es sich doch so sehr gewünscht ..."

  Ili, wie oben: "Auch wenn ich nicht glaube, dass es ein gutes Mensch ist. Es hat Leute grausam sterben lassen, nur damit es leben kann."

  Antara, mit schmerzlichem L?cheln: "Gibt es überhaupt ... ein gutes Natürliches?"

  Ili schaut Antara mit einem grossen, etwas hilflosen Blick an.

  Die beiden Frauen schauen sich ratlos an.

  Antara, entschieden: "Ich werde das Atomreaktor auf jedes Fall unsch?dlich machen. Also wird das Mann sterben. Ich überlasse dir das Entscheidung, ob du es retten willst."

  Ili schaut den alten Mann an und sagt in Gedanken: "Wecken wir es. Ich m?chte es fragen, warum es so grausam ist."

  Antara drückt auf einen Knopf, der in die Basis des Sarges eingelassen ist.

  Wie der gl?serne Sargdeckel aufklappt, str?mt mit leichtem Zischen Luft in das kühle Teilvakuum.

  Antara packt den Mann an den Schultern, Ili an den Füssen.

  Etwas sp?ter ziehen sie den leblosen K?rper aus dem Erdloch, durch das sie hinab gestiegen sind.

  Einige Meter weiter legen sie den K?rper zu Boden.

  Antara konzentriert sich mit geschlossenen Augen und beschw?rend vorgestreckten H?nden.

  Das Erdloch wird gr?sser und gr?sser, als würde eine S?ure alles zerfressen, ohne dass auch nur ein bisschen Dampf oder sonst eine Spur einer chemischen Reaktion zu sehen ist.

  Wie Antara fertig ist, treten die Frauen an den Rand der gut zwanzig Meter tiefen Grube, die oben und an den Seiten, wo keine Station war, von m?chtigen Wurzeln durchhangen ist.

  Wie Ili genauer hin schaut, sieht sie auf vielen der Wurzeln den sich langsam bewegenden Zellenschleim.

  Antara l?dt sich den K?rper auf und sagt: "Ich bringe das Mann zu den Nutzwesen, bevor es uns weg stirbt."

  Ili: "Und ich beobachte die Krebszellen."

  Antara schwebt einige Meter hoch ...

  ... und fliegt schnell in Richtung Genville davon.

  Ili kniet am Rand der Grube nieder, t?tschelt eine Baumwurzel und sagt mitfühlend: "Armes Baum, hab kein Angst. Wir werden dich retten."

  Geschickt wie ein ?ffchen hangelt sich Ili den Wurzeln entlang hinab in die Grube.

  Fasziniert beobachtet sie aus der N?he, wie die Krebszellen sich einer dicken Wurzel entlang fortbewegen.

  Spontan schl?gt sie ihre Giftz?hne in die Krebszellen und spritzt etwas Gift hinein.

  Sofort entwickelt sich über der Einstichstelle ein erheblicher Dampf, ...

  ... der sich in Sekunden auch über dem ganzen Krebszellteppich dieser Wurzel bildet.

  Nachdem alle Flüssigkeit aus dem Krebszellenbelag verdampft ist, bekommt er Risse.

  Mit leichten, wedelnden Schl?gen befreit Ili die Wurzel von den vertrockneten Krebszellen, die durch die Luft tanzen wie federleichte Stücke einer Wespennestwabe.

  Sanft streichelt Ili die angefressene Wurzel ...

  ... und wendet sich energisch der n?chsten befallenen Wurzel zu.

  Szeneanfang:

  Antara schwebt herab zu den Nutzwesen und ruft noch in der Luft: "Schnell! Dieses Mann hat sein nahes Tod durch K?lte aufgehalten. Es wird uns in dem W?rme weg sterben."

  W?hrend Antara den alten Mann auf Trage bettet, senkt Hilfsorgane schon seine Tentakel in dessen K?rper. Hilfsorgane: "Brrr, ist das kalt! Warum tut es so was?"

  Bioskop: "Vielleicht weil es nicht sterben wollte?"

  Tank: "Das war nicht eines deiner klügsten Fragen, Hilfsorgane."

  Hilfsorgane: "Spottet nur! Ihr müsst euch ja auch nicht die Arme ab frieren."

  Trage: "Mein ganzes Rücken ist schon schockgefroren und du jammerst wegen deiner Arme."

  Bioskop: "Wenn ihr heraus gefunden habt, was am bedauernswertesten ist, k?nnt ihr uns sagen, wie es um es steht?"

  Hilfsorgane und Trage im Chor: "Kalt!"

  Bioskop und Tank kichern.

  Antara erl?utert: "Es hat Forschende damit beauftragt, für ihn das Unsterblichkeit zu erwirken, aber sie sind gescheitert und mussten wohl fliehen."

  Bioskop, zu Antara: "Und was schwebt da neben dir?"

  Antara hat eine kleine Probe der Krebszellen mit schweben lassen und bewegt diese nun auf Bioskop zu. Antara: "Sie haben ein wucherndes Krebszellenhaufen zurück gelassen, das nun die Wurzeln von Estragons Baum bef?llt. Kannst du ein Gegenmittel entwickeln?"

  Das Zellh?ufchen senkt sich in die von Bioskop gebildete schalenf?rmige Vertiefung. Bioskop: "Ist das ein ernst gemeintes Frage?"

  Antara muss kichern.

  Kleine Tentakel nehmen eine Probe aus der Schale. Antara; warnend: "Aber es darf kein Universalkiller sein, sonst stirbt uns noch Estragons Baum."

  Bioskop: "Dieses Antara h?lt mich eindeutig für bl?d."

  Tank: "Zweideutig bringt's ja nichts."

  Hilfsorgane: "Es kann schliesslich bis auf das Grund deines Gehirns schauen."

  Trage: "Bist du sicher, dass Bioskops Gehirn nicht nur aus Oberfl?che besteht?"

  Antara muss kichern.

  Bioskop zeigt auf seinem Bildschirm eine starke Vergr?sserung der Krebszellenhaut und sagt: "Wir docken an diesem Molekül an und schleusen ein Gensequenz ein, das alle Zellkraftwerke abstellt. Das Molekül kommt nur bei diesen Krebszellen vor, sodass alle anderen Zellen sicher sind. Ist das diesem Antara genehm?"

  Antara betrachtet interessiert Bioskops Bildschirm ...

  ... und sagt dann nachdenklich: "Die Krebszellen bewegen sich wie ein Klumpen Einzeller an dem Luft. Wie k?nnen wir sie alle mit dem Killer in Verbindung bringen?"

  Bioskop: "Hm ..."

  Tank: "Wir machen ein Art Samenkapsel, das aufplatzt und alles einst?ubt, wenn du es auf die Zellen wirfst."

  Antaras Augen leuchten auf: "Gutes Idee!"

  Tank, selbstgef?llig: "Es geht eben nichts über wahres Intelligenz."

  Bioskop: "Pah."

  Antara muss kichern.

  Antara betrachtet den Mann auf Trage, der immer noch wie tot daliegt ...

  ... und sagt zu Hilfsorgane: "Wie weit bist du, liebes Hilfsorgane?"

  Hilfsorgane: "Das Wiederbelebung eines Eiswürfels braucht Zeit."

  Kichern der andern Nutzwesen.

  Hilfsorgane: "Dieses K?rper ist unbrauchbar zum Leben. Soll ich ein Chromos 1 aus ihm machen?"

  Antara erinnert sich an das Schild im Glassarg und murmelt die Inschrift vor sich hin: "Weckt mich, wenn ihr es gefunden habt!"

  Die Nutzwesen sind verwirrt.

  Hilfsorgane: "Hm, dieses Frau ist seltsam."

  Tank: "Ja, es will schlafen und wir wissen gar nicht, was wir finden sollen."

  Bioskop: "Es meint das Gegenmittel, ihr aufgedr?selten Hirnspiralen."

  Trage: "Aber wenn es jetzt schl?ft, wissen wir nicht, ob wir ein Chromos 1 aus ihm machen sollen."

  Antara muss kichern.

  Antara, mit feinem L?cheln: "Im K?ltesarg des Mannes befand sich ein Schild mit diesem Text. Gemeint war das Unsterblichkeit, das wir schon l?ngst gefunden haben."

  Hilfsorgane: "Also Chromos 1."

  Szeneanfang:

  Ili sch?lt die vertrockneten Krebszellen von einer Wurzel, die arg verletzt ist.

  Ili umarmt die Wurzel und sagt mitfühlend: "Armes Baum, werd schnell gesund!"

  Suchend schweift Ilis Blick in der grossen Erdh?hle herum ...

  ... und ersp?ht einen weiteren Zellhaufen, der sich an einer aus der Erde ragenden Wurzel zu schaffen macht.

  Ili hechtet hinüber ...

  ... und haut ihre Giftz?hne in den Zellhaufen.

  W?hrend der Zellhaufen dampfend abstirbt, f?llt Ili eine durch h?ngende Wurzel auf, die aussieht wie eine Schaukel.

  Ili springt hinüber zu der frei h?ngenden "Schaukel", ...

  ... wo sie sich hinsetzt und mit kindlicher Freude vor- und zurück schaukelt.

  Nach einer Zeit beobachtet sie aufmerksam ihre Hand, die sich an der "Schaukel" festh?lt.

  Ili h?rt auf zu schaukeln und konzentriert sich mit geschlossenen Augen.

  Vor ihrem geistigen Auge sieht sie die am?benhafte Bewegung der Krebszellen, deren kaum wahrnehmbare Vibrationen sie spüren kann.

  Ili springt von der "Schaukel" hinüber zur Wandmitte der Erdh?hle und ruft k?mpferisch: "Es hat noch mehr von euch! Wo seid ihr?!"

  Wie sie in der fast senkrechten Wand landet, h?lt Ili sich an einem grossen Stein fest, ...

  ... der sich dadurch l?st.

  Verfolgt von dem Stein, rutscht Ili die Steilwand hinab ...

  ... auf den Grund der Erdh?hle, ...

  ... wo sie bis auf Brusth?he in ein enges, steiniges Loch f?llt.

  Der schwere Stein rollt bedrohlich auf sie zu.

  Mit beiden H?nden und aller Kraft kann sie den Stein aufhalten, der nun schr?g über ihr liegt und ihr den Sch?del eindrückt, wenn sie losl?sst.

  Mit zitternden Armen h?lt Ili den Stein von sich fern und merkt dadurch vorerst nicht, wo sie steht.

  Ilis bis anhin noch k?mpferische Miene wandelt sich zu Erstaunen ...

  ... und zu Entsetzen, wie sie nach unten blickt.

  Bis zu den Hüften steckt sie in sumpfigen Krebszellen.

  Ili versucht gestresst mit ihren Giftz?hnen die Krebszellen zu erreichen, was aber nicht geht, weil sie den Stein fest halten muss.

  Vor ihrem geistigen Auge sieht Ili, wie ihre Z?hne in einem Zellhaufen stecken und Gift aus ihnen spritzt.

  Nun sieht sie vor ihrem geistigen Auge, wie sie ihre Z?hne über den Zellhaufen bewegt und das Gift hinab spritzen l?sst.

  Wie Ili ihre Giftz?hne vorstreckt und es versucht, kommt keine Flüssigkeit aus den Z?hnen.

  Ili denkt schockiert: 'Meine Giftdrüsen sind leer!'

  In Ilis Gesicht vermischen sich Angst und Schmerz, wie die Krebszellen anfangen, Ilis K?rper aufzufressen.

  Szeneanfang:

  Tank: "Deine Kapseln sind fertig, Antara."

  Antara ?ffnet Tank und entnimmt ihm die Kapseln. Hilfsorgane: "Das Eiswürfel ist aufgetaut."

  Antara geht zu dem Mann, der auf Trage liegt und die Augen aufschl?gt. Antara, mit feinem L?cheln: "Willkommen zurück im Leben, altes Mann mit Zukunft."

  Aus der Sicht des alten Mannes dreht Antara sich um, ...

  ... erhebt sich in die Luft und fliegt davon.

  Der alte Mann kr?chzt: "Warum fliegt diese Frau?"

  Bioskop: "Weil es so schneller ist."

  Alter Mann, ver?rgert: "Ich meine, warum KANN sie fliegen?"

  Trage: "Ganz einfach, weil es mit seinen Wandlerzellen das Schnelle Energie anzapfen und das Gravitation manipulieren kann."

  Eingerostet, wie er nach dem langen Gefrierschlaf ist, versucht der Mann den Kopf nach der Stimme zu drehen, die von unten gekommen ist: "Wer spricht da?"

  Trage: "Ich, Trage. Auf mir liegst du. Und das Tentakelmonster, das dich wieder belebt hat, ist Hilfsorgane. Dieses tr?ge Quader nennt sich Tank und dieses plumpe Schrank ist Bioskop."

  Der Mann versucht sich aufzurichten, was ihm nicht gelingt, weshalb er schimpft: "Warum hilft mir niemand auf? Was ist das für ein lausiger Service?"

  Trage verbiegt sich, damit der Oberk?rper des Mannes sich aufrichtet und er die Nutzwesen sehen kann. Mann, unwirsch: "Was ist das für ein grotesker Zoo? Wo sind meine Leute? Warum habt ihr mich aufgeweckt, ihr Narren? Jetzt sterbe ich!"

  Hilfsorgane: "Wir sind Nutzwesen. Deine Leute sind weg. Und du wirst nicht sterben, weil du jetzt Chromos 1 bist."

  Der Mann schimpft: "Wer hat euch erlaubt, mich zu duzen? Mein Name ist Ritsch. Bitte etwas mehr Respekt!"

  Trage: "Hast du nicht verstanden, Ritsch? Du bist jetzt unsterblich. M?chtest du nicht lieber froh sein, statt dauernd zornig?"

  Ritsch, zornig: "HERR Ritsch, wenn ich bitten darf, HERR Ritsch! Habt ihr keine Manieren? Und warum liege ich auf einem Bett, das zu mir spricht? Das ist ja ..."

  Tank: "Haben wir Manieren, Bioskop?"

  Bioskop: "Hm, mir ist kein entsprechendes Gen bekannt."

  Ritsch schimpft: "Jetzt machen sich diese monstr?sen Kreaturen auch noch lustig über mich! Das ist ein Albtraum. Das wird Konsequenzen haben."

  Bioskop: "Wenn wir davon ausgehen, dass Herr Dauerzorn Manieren hat, sind Manieren vielleicht so etwas wie Schimpfen."

  Tank: "In diesem Fall müssten wir auch schimpfen, um seinem Anspruch zu genügen."

  Trage: "Aber wie geht richtiges Schimpfen?"

  Hilfsorgane: "Ich versuch's einfach mal ..."

  Hilfsorgane: "Herr Dauerzorn, deine Schimpfschallwellen schlagen uns auf die empfindlichen ?hrchen. Kannst du nicht ein anderes Frequenz w?hlen?"

  Trage: "Herr Dauerzorn, willst du nicht ein wenig schlafen, damit das Welt Ruhe hat vor dir?"

  Tank: "Herr Dauerzorn, streng dich gef?lligst an, uns ein Freude zu machen."

  Bioskop: "Herr Dauerzorn, du bist zu dumm, zu dumm bist du, Herr Dauerzorn."

  Entgeistert starrt Ritsch auf die Nutzwesen.

  W?hrend Ritsch seine Fassung zurückgewinnt, werden seine Gesichtszüge ernst ...

  ... und wandeln sich dann zu einem boshaften L?cheln, wie er sagt: "Nun gut, ihr wollt euch also mit einem der reichsten M?nner der Welt anlegen."

  Szeneanfang:

  Wie Antara sich dem Erdloch fliegend n?hert, h?rt sie Ilis: "Ah ... Ah ... Ah ... Ungg."

  Antara schwebt über das Erdloch und sieht, wie Ili fast von dem schweren Stein erdrückt wird, den sie mit letzter Kraft von sich stemmt.

  Antara l?sst sich ins Loch fallen, ...

  ... packt den Stein mit beiden H?nden ...

  ... und wirft ihn aus dem Erdloch, als w?re er nicht schwerer als ein Kohlkopf.

  Zum Vorschein kommt das Schmerz verzerrte Gesicht von Ili.

  Erschrocken starrt Antara auf den Krebszellensumpf, in dem Ili steckt, ...

  ... reagiert dann aber blitzschnell, indem sie Ili mit der einen Hand am Oberarm aus dem Sumpf reisst und mit der andern nach den Killerkapseln greift.

  Antara ist aufgestanden und h?lt Ili mit ausgestecktem Arm über dem Sumpf in der Luft, damit allf?llig abtropfende Krebszellen auch zurück in den Sumpf fallen. Antara wirft eine Kapsel an Ilis Bauch, ...

  ... wo sie aufplatzt und Ilis Unterleib in eine Wolke aus Killerzellen hüllt.

  Antara bewirft den Krebszellensumpf mit weiteren Kapseln, sodass er unter der Wolke von Killerzellen nicht mehr zu sehen ist.

  Wie Pfannkuchen klappen die toten Krebszellen an Ilis K?rper von oben nach unten zusammen, ...

  ... um schliesslich abzufallen und die h?sslich zerfressene Haut Ilis preiszugeben.

  Ilis Gesicht ist blass und gezeichnet vom Schmerz.

  Um jede Berührung mit den Wunden zu vermeiden, stellt Antara Ili mit ausgestrecktem Arm neben sich auf den Boden.

  Antaras Arme verschwimmen, wie sie Kapseln in alle Richtungen wirft, sodass von überall her Wolken von Killerzellen auf die beiden Frauen zu wabern.

  Antara Packt Ili mit ausgestreckten Armen an den Oberarmen und fliegt mit ihr aus dem Erdloch, ...

  ... welches sich unter ihnen mit Killerzellenstaub füllt.

  Antara l?sst Ili unter sich herab h?ngen und fliegt gleich weiter in Richtung Genville.

  Wie Antara die Nutzwesen erreicht, liegt Herr Ritsch immer noch auf Trage. Hilfsorgane ruft: "Hu, Antara bringt uns ein angenagtes Knochen!"

  Antara landet mit Ili neben Hilfsorgane und sagt: "Schnell, stille sein Schmerz!"

  Sofort zuckt einer von Hilfsorganes Tentakeln zu Ili und senkt sich, als würde er mit ihr verschmelzen, in Ilis Bauch.

  Ritsch starrt Antara b?se an, wie sie fragt: "Ist das Mann stabil?"

  Ritsch, ver?rgert: "Ich bin nicht 'der Mann'! Mein Name ist Ritsch, HERR Ritsch."

  Trage: "Es beschimpft und bedroht uns mit wachsendem Gesundheit."

  Tank: "Was erwartest du von einem Natürlichen?"

  Ohne zu z?gern, legt Antara ihre Arme unter Ritsch und legt ihn neben Trage auf den Boden. Ritsch schimpft: "Was f?llt Ihnen ein? Was ist das hier für eine Behandlung?"

  Antara legt Ili auf Trage und sagt freundlich zu Ritsch: "Die von Ihren Leuten entwickelten Krebszellen haben Ili bei lebendigem Leib fast aufgefressen. Es wird Ihnen also ein Ehre sein, Ili Ihr Platz anzubieten, damit die Nutzwesen ihm ein m?glichst rasches Genesung angedeihen lassen k?nnen, verehrtes Herr Ritsch."

  Ritsch schimpft: "Sie haben mir gar nichts zu befehlen. Was kann ich dafür, wenn diese Schnepfe nicht aufpasst? Es ist eine Unversch?mtheit, mich auf den Boden zu schmeissen."

  Antara, freundlich: "Dieses 'Schnepfe' und ich haben Ihr Leben gerettet. In dem unterirdischen Geb?ude h?tte Sie sonst niemand gefunden. Und sobald das Stromversorgung aufgrund eines Defektes im Atomreaktor oder den zugeordneten Ger?ten unterbrochen worden w?re, h?tte das Kühlung Ihres gl?sernen Sarges versagt. Sie w?ren aufgetaut und gestorben."

  Ritsch, mit der Chuzpe der Reichen: "Es ist doch wohl selbstverst?ndlich, dass mein Leben gerettet wird."

  Bioskop: "Woher Dauerzorn wohl seine Selbstverst?ndlichkeiten bezieht?"

  Ritsch, zynisch: "Es ist doch wohl selbstverst?ndlich, dass sich jeder einen Geld werten Vorteil von der Rettung eines reichen Mannes verspricht."

  Tank: "Was mag das sein?"

  Antara: "Ich glaube, es spricht vom Zahlungsmittel der Natürlichen."

  Tank: "Was mag das sein?"

  Antara, unsicher: "Nun ja, ich kenne mich damit auch nicht aus."

  Ritsch kann sich nicht vorstellen, dass die andern nicht verstehen, wovon er spricht, und zeigt ein s?uerliches Grinsen, als h?tte er wieder nur Spott zu ertragen.

  Antara, besorgt und mitfühlend: "Wie geht es dir, Ili?"

  Ili, tapfer: "Die Schmerzen sind weg ..."

  Ili, kindlich naiv: "Haben wir alles gut gemacht?"

  Antara fasst Ilis Hand und sagt mit ihrem leicht melancholischen L?cheln: "Ja, wir haben alles gut gemacht ..." ...

  ... und mit zweifelndem Blick auf Ritsch: "... hoffe ich."

  Szeneanfang:

  Held, Iris, Ewald, Caesar, Myrta, Doi, Piri und Meneor halten in Caesars Büro Kriegsrat. Myrta: "Hart wird nicht ruhen, bis es ein Gegenmittel für Caesars Ausrottungsviren gefunden hat. Dann sind wir tot."

  Piri: "Warum müssen wir alles alleine machen? Warum k?mpfen die Leute nicht gegen Hart und das Guard?"

  Iris, ungn?dig gegen so viel Naivit?t: "Vielleicht weil alle, die es versuchen, sofort umgebracht werden?"

  Held, nüchtern: "Dann müssen sie eben schlauer sein als die Guards. Jedenfalls ist eine Befreiungsorganisation die klassische Antwort auf ein verhasstes Regime."

  Iris, zu Held, giftig: "Ja, du hast ja auch die Natural Guard gegründet gegen den ach so hassenswerten Stadtpr?sidenten Martin Eck."

  Held, zu Iris, mit zynischem Lachen: "Bl?dsinn, das war nicht gegen Eck, sondern gegen die Genmonster. Und die Reporterin Iris hat mich mit ihren Beitr?gen immer voll unterstützt, hahaha."

  Iris beisst sich Schuld bewusst auf die Lippen und schweigt.

  Caesar gibt zu bedenken: "Hart hat seine Spitzel überall. Wie wollen wir anfangen, ohne gleich verraten zu werden?"

  Myrta wendet sich zum Nebenraum mit den Laboreinrichtungen und sagt l?chelnd mit erhobenem Finger: "Ich habe dafür das ultimative Ger?t."

  Myrta erscheint wieder mit einem eif?rmigen Gegenstand, der sich gut in der Faust verstecken l?sst. Sie h?lt ihn mit zwei Fingern triumphierend hoch und sagt: "Ich habe mir dieses Hirnschocker gebaut, um Leute, die zuf?llig entdecken, dass mein Chef ein Chromos 4 ist, daran zu hindern, es zu verraten ..."

  Myrta pr?sentiert den andern ihren Hirnschocker auf der Handfl?che und f?hrt nüchtern fort: "Das Ger?t reagiert nur auf mein Daumenabdruck und sendet starke Wellen in dem Frequenz des Kurzzeitged?chtnisses aus. Diese bewirken ein St?rung des aktuellen Ged?chtnisinhaltes, sodass es verloren geht. Die Leute haben vergessen, was sie in den letzten Minuten erlebt haben."

  Iris versteht den Nutzen nicht: "Und was habe ich davon?"

  Myrta, wie oben: "Du kannst jemand fragen, ob ein Mitgliedschaft in unserem Befreiungsorganisation in Frage kommt. Und wenn das Antwort nein ist, kannst du das Hirnschocker einsetzen, sodass das Person vergisst, dass du es gefragt hast. Und damit du dich nicht selber bestrahlst, gehen die Wellen nur in Richtung deines Gegenübers."

  Staunen in der Runde und Bemerkungen wie: "Raffiniert", "Toll", "Genial".

  Held, nüchtern: "Und wie soll dieser Rebellenhaufen heissen?"

  Iris, giftig: "Ha, du tr?umst schon vom Chefposten bei diesem Haufen!"

  Held, mit kühlem L?cheln: "Warum nicht? Jede Widerstandsbewegung braucht einen erfahrenen Anführer."

  Iris, giftig: "Ja, vor allem einen erfahrenen Massenm?rder."

  Myrta: "Ich denke, die F?den sollten bei Caesar zusammen laufen. Das Universit?t ist ein Ort, wo viele Leute ein- und ausgehen, ohne dass es auff?llt. Und Caesar kann sich hier frei bewegen."

  Meneor stellt sich mit einem Fragezeichengesicht vor, wie F?den auf Füssen bei Caesar zusammenlaufen.

  Held, sp?ttisch: "Ja, ja, der m?chte ja auch gern der Oberboss sein."

  Iris giftet: "Wenigstens hat er nicht so viel Dreck am Stecken wie du."

  Meneor stellt sich mit einem Fragezeichengesicht einen Stock mit Dreck dran vor.

  A case of theft: this story is not rightfully on Amazon; if you spot it, report the violation.

  Ewald, kritisch: "Da sollen Leute Kopf und Kragen riskieren und ihr streitet euch um die Führung, noch bevor die Organisation gegründet ist."

  Meneor stellt sich fragend vor, wie jemand seinen Kragen vor das bedrohliche Maul einer Genbestie h?lt.

  Myrta: "Ewald hat recht. Wir sollten jetzt ein griffiges Namen finden, das die Leute inspiriert und ihnen ein Identifikation mit dem Widerstandsbewegung erm?glicht."

  Meneor stellt sich einen Namen mit einem gerillten Handgriff vor.

  Iris, halb ernst: "Wie w?r's mit 'Nieder mit den Guards!'?"

  Piri, engagiert: "Weg mit Hart!"

  Caesar: "Freiheit, sch?nes G?tterfunken."

  Meneor versucht sich einen G?tterfunken vorzustellen.

  Doi: "Funken ohne Stunken."

  Piri: "Stilles Stimme des Freiheit."

  Myrta: "Vielleicht solle das Name nicht zu viel verraten."

  Iris, sp?ttisch: "So wie 'Kochkurs für Demokratie'?"

  Piri, grinsend: "Hans Hart Verehrungs-Verein."

  Ewald, begeistert von seiner Idee: "Das ist es!"

  Alle schauen ihn fragend an.

  Ewald erl?utert engagiert: "Wir gründen die 'Friends of Guards'. Jedes Mitglied sucht sich einen Guard aus, den es von nun an mit k?stlichen Esswaren oder kleinen Geschenken verw?hnt ..."

  Allgemeine Verblüffung. Iris, als w?re Ewald nicht richtig im Kopf: "Und weshalb sollen sie das tun?"

  Ewald, unberührt vom zweifelnden Publikum, wie oben: "Immerhin haben die Guards das Gegenmittel beim Virenangriff verteilt. Also k?nnen die Leute ihre Dankbarkeit ausdrücken, ohne sich verd?chtig zu machen."

  Iris, ver?rgert, weil ihre Frage noch nicht beantwortet wurde: "Und weshalb sollen sie das tun?!"

  Ewald, mit schmerzlichem L?cheln, weil ihm sein Plan selber etwas unheimlich ist: "Wenn jeder Guard seinen Friend hat, werden wir allen zur selben Zeit ein Gift ins Essen tun, welches erst Stunden sp?ter wirkt, sodass kein Verdacht auf die Friends f?llt. Das Gift t?tet fast alle Guards gleichzeitig. Hart steht ohne Machtapparat mit abges?gten Hosen da. Wir kassieren ihn und setzen Martin Eck als rechtm?ssigen Stadtpr?sidenten ein. Martin wird die Demokratie wieder einrichten und der Spuk ist vorbei."

  Meneor stellt sich Hart mit abges?gten Hosen vor. Iris, beeindruckt: "Was für ein teuflischer Plan! Eine solche Hinterlist h?tte ich dir nicht zugetraut."

  Ewald, grimmig: "Das ist keine Hinterlist, sondern blanke Wut. Was ich in letzter Zeit in Natural City erlebt habe, war einfach zu viel. Ich kann nicht mehr den braven Dackel Ewald spielen."

  Iris wuschelt Ewalds Haar und sagt sp?ttisch, aber gleichzeitig beeindruckt: "Aber du bist doch mein braves Hundi."

  Ewald l?chelt s?uerlich.

  Iris, provozierend zu Held und Caesar: "Der Plan ist genial. Müssen nur noch die Herren Herrschbedürftigen auf ihr Herrschvergnügen verzichten und einlenken."

  Held schaut muffig. Caesar macht eine undurchdringliche Miene.

  Caesar, widerstrebend: "Also gut. Ich sehe kein besseres L?sung."

  Doi: "Alles l?st sich auf in dem L?sung."

  Piri und Myrta kichern.

  Szeneanfang:

  Es ist Nacht. Giftstrauss, Pferdchen und das M?dchen stehen etwas ratlos in der leeren Kirche in Natural City. Pferdchen: "Wir k?nnen nicht hier warten, bis jemand kommt, das zum Mars will. Wir müssen es den Natürlichen sagen, sonst wissen sie es nicht."

  Giftstrauss: "Und wie sollen zwei Mon..., ?hm Engel wie wir rum laufen? Wir werden an dem n?chsten Hausecke erschossen."

  Zum Erstaunen der Kampforganismen wieselt das M?dchen davon ...

  ... und kehrt kurze Zeit sp?ter mit einer Nonnentracht auf den Armen zu den Kampforganismen zurück, die sie mit einem Fragezeichengesicht erwarten.

  M?dchen, zu Pferdchen: "Wir müssen auf Engel Giftstrauss gehen."

  Giftstrauss weiss zwar nicht, was das soll, hockt sich aber hin, ...

  ... sodass Pferdchen mit einem kleinen Hüpfer auf Giftstrauss' Rücken springen und dem M?dchen beim Aufsteigen helfen kann.

  Pferdchen h?lt sich am Hals von Giftstrauss fest, der inzwischen aufgestanden ist. Das M?dchen kraxelt auf Pferdchen, ...

  ... sodass sie da stehen wie die Bremer Stadtmusikanten, w?hrend das M?dchen sich das Nonnenkleid überwirft.

  Wie der Rocksaum fast den Boden berührt, kommt nur noch das Gesicht des M?dchens zum Vorschein. Die drei sehen aus wie eine jugendliche Nonne mit m?chtigem Hintern.

  Verschw?rerisch verlassen sie durch einen Seiteneingang die Kirche und stehen im n?chtlichen Natural City.

  Die Strassen sind fast leer. Nur das eine oder andere Elektrofahrzeug ist zu sehen. Die Leute gehen nicht ohne Not aus ihren Wohnungen, weil sie fürchten, von übermütigen Guards aufgegriffen und misshandelt oder gar erschossen zu werden.

  Damit seine Beine unter dem Rock verborgen bleiben, bewegt sich Giftstrauss mit kleinen Schritten gem?chlich vorw?rts.

  Pferdchen: "Und wo finden wir jetzt Leute, die weg wollen?"

  Giftstrauss: "Bestimmt in jedem Haus. Wir brauchen nur in eines hinein zu gehen und zu fragen."

  Schon nach wenigen Metern biegen zwei Guards um eine Hausecke und bleiben beim Anblick der "Nonne" überrascht stehen.

  Guard A st?sst Guard B mit dem Ellbogen leicht in die Rippen, um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen, sodass er ihm zublinzeln kann, was soviel bedeutet wie "Lass uns Spass haben!".

  Guard A, mit gespielter Fr?mmigkeit: "Vergib mir meine Sünden und segne mich, liebe Nonne."

  Da es von zwei "Engeln" beschützt wird, hat das M?dchen keine Angst. Jedoch weiss es nicht, was es tun soll und z?gert, ...

  ... hebt aber schliesslich den Arm, um vor Guard A das Kreuzzeichen zu machen. Weil der ?rmel des Nonnenkleids zu lang ist, h?ngt er vorne herab, sodass die Hand nicht zu sehen ist.

  W?hrend das M?dchen das Kreuzzeichen in die Luft schreibt, sagt Guard A irritiert: "Aber da ist ja gar keine Hand, die mich segnet ..."

  Das ?rmelende misstrauisch be?ugend, kommt A aggressiv n?her und sagt: "Was soll das für ein Segen sein, so ganz ohne Hand?"

  Guard A packt den ?rmel und schiebt ihn zurück, ...

  ... bis die Kinderhand zum Vorschein kommt und er verblüfft sagt: "Was ... ?"

  Auf Brusth?he des M?dchens sch?lt sich Giftstrauss' Kopf aus der Nonnentracht. Guard A, erschrocken: "Wa... ?!"

  Guard B, der davon nichts mitbekommt, weil Guard As K?rper die Geschehnisse verdeckt, greift vorsichtshalber nach seinem Sturmgewehr, welches er an einem Riemen über der Schulter tr?gt.

  Zum Entsetzen von Guard A n?hert sich der Schnabel von Giftstrauss seinem Mund und flüstert dabei: "Küsschen?"

  Guard A, in Panik: "Ah!"

  Giftstrauss spuckt ein Kügelchen in den vom Schrei noch offenen Mund von Guard A.

  Guard B bringt sein Gewehr in Anschlag, kann aber nicht schiessen, weil Guard A im Weg steht.

  Gel?hmt vor Schreck, sieht Guard B, wie sich der Kopf von Guard A in Schleim aufl?st.

  Aus der Sicht von Guard B kommt hinter der sich aufl?senden Gestalt von Guard A der Kopf von Giftstrauss zum Vorschein.

  Guard B reisst sein Gewehr hoch, um auf Giftstrauss zu zielen, ...

  ... da wird seine Sicht in Sekundenbruchteilen verschwommen ...

  ... und schliesslich schwarz.

  Von den Guards sind nur noch zwei Schleimlachen mit Uniformen und Gewehren übrig. Auch Pferdchen streckt den Kopf aus dem Nonnenkleid und kommentiert nüchtern: "Wenn wir so weiter machen, legen wir den Guards ein Schleimspur direkt zu uns."

  Nicht allzu weit entfernt, steht an einer Hauswand ein mannshoher, etwa ein Meter breiter Kasten mit der Aufschrift "Wiederverwertung". Auf Brusth?he erm?glicht eine Klappe, Abf?lle in den Kasten zu werfen. Giftstrauss packt mit dem Schnabel eine Uniform ...

  ... und stopft sie in den Kasten.

  Giftstrauss schaut durch die Klappe in den Kasten und sagt: "Da ist ein Schacht. Das Zeug verschwindet irgendwo."

  Wie Giftstrauss auch das zweite Gewehr in den Kasten wirft, bleiben nur noch zwei mehr oder weniger verd?chtige Schleimlachen zurück.

  Die Kampforganismen haben sich wieder in die Nonnentracht zurückgezogen. Das Trio geht weiter. Pferdchen kommentiert aus dem Innern: "Jetzt wissen sie wenigstens nicht, was das Schleimspur bedeuten soll, hehe."

  Nach einer Zeit gelangen sie zu einer Villa mit Atelieranbau. Auf dem Türschild steht "Atelier für Kunst und Weisheit". Pferdchen, aus dem Innern des Gewandes: "Fragen wir in diesem Haus."

  Giftstrauss versucht die Haustür zu ?ffnen, und wie es nicht geht, sagt er: "Das Tür geht nicht auf."

  Pferdchen, ernsthaft: "Soll ich es sprengen?"

  M?dchen: "Nein, warte!"

  Das M?dchen drückt den Klingelknopf, sodass im Innern des Hauses ein L?uten zu h?ren ist.

  Ein Künstlertyp in mittlerem Alter ?ffnet die Tür und sagt beim Anblick der "Nonne": "?hm, guten Abend. Leider erlauben mir weder meine überzeugungen noch meine finanziellen Verh?ltnisse eine Unterstützung Ihrer Glaubensgemeinschaft."

  Giftstrauss schiebt sich an dem verdutzten Künstler vorbei in den Eingangsbereich der Villa. M?dchen: "Wo sind die Leute?"

  Künstler, etwas mulmig bei diesem seltsamen Besuch: "?hm, welche Leute?"

  M?dchen: "Die Leute, die hier wohnen."

  Der Künstler, der sehr von sich eingenommen ist, weist auf sich und sagt: "Na hier. Ich. Bin ich nicht Laut genug?"

  Der Künstler lacht "Hahaha" über seinen Witz. Giftstrauss geht auf die Tür zu, die zum Atelieranbau führt.

  Der Künstler versucht der befremdlichen Szene etwas Normales ab zu gewinnen, weist einladend auf die Ateliertür und sagt: "Aha, Sie interessieren sich also für mein Werk. Dann treten Sie ein in mein Reich der Kunst und Weisheit!"

  Wie das Trio ins Atelier tritt, dreht der Künstler das Licht an und skurrile Kunstobjekte aus Draht und Hilfsmaterialien werden sichtbar.

  Der Künstler betrachtet verstohlen die "Nonne", die sich im Atelier umsieht, und denkt: 'Gott, ist die arme Frau deformiert! Deshalb ist sie wohl Nonne geworden.'

  Pferdchens Stimme schallt durch das Kleid: "Lasst mich mal raus! Das ist vielleicht stickig hier."

  Vor den Augen des verblüfften Künstlers zieht sich das M?dchen beh?nde das Nonnenkleid über den Kopf und wirft es zu Boden, ...

  ... h?lt sich am Hals von Giftstrauss fest, um sich von Pferdchen gleiten zu lassen, sodass es nun vor Giftstrauss hin und her baumelt.

  Das M?dchen l?sst sich fallen und Pferdchen springt, sodass sie gleichzeitig am Boden landen.

  Alle drei wenden sich dem Künstler zu, der ohne Angst fasziniert das Trio anstarrt und dabei denkt: 'Welch künstlerische Inspiration das Schicksal mit verg?nnt! Unsterblichkeit, ich seh' dich schon am Horizont!'

  Der Künstler besinnt sich auf die Regeln der H?flichkeit und sagt: "?hm, ja, ?hm, mit wem habe ich die Ehre?"

  Giftstrauss, ernsthaft: "Kein Ahnung, mit was du Ehre hast."

  Der Künstler h?lt es für einen Scherz und lacht h?flich: "Hahaha, der war gut ... Ich meine, wie darf ich Sie nennen"

  Pferdchen, ernsthaft: "Woher sollen wir das wissen? Wir kennen sie ja gar nicht."

  Künstler denkt verblüfft und entzückt zugleich: 'Ich werde ja richtig gefordert. Hach, wie spannend!'

  Künstler, k?mpferisch, auf Pferdchen zeigend: "Wie ist Ihr Name?"

  Pferdchen dreht den Kopf nach hinten, um zu sehen wer gemeint ist, und sagt: "Da ist niemand."

  Der Künstler kratzt sich überlegend am Kopf und denkt: 'Hm, diese zwei wandelnden Skulpturen lassen mich ins Leere laufen ... Aber das M?dchen l?sst sich bestimmt knacken!'

  Der Künstler weist mit seinem Zeigefinger bohrend auf das M?dchen und sagt bestimmt: "Wie ist dein Name?"

  M?dchen, ganz selbstverst?ndlich: "Hopp."

  Künstler, verwirrt: "?hm, ja, sag mir deinen Namen, hopp, hopp!"

  M?dchen erl?utert: "Die Nonne hat immer gesagt 'Putz die Kirche, hopp!', 'Geh abwaschen, hopp!'. Also heisse ich Hopp."

  Der Künstler staunt: "Oh, ?hm, ja."

  Giftstrauss: "Ich bin Giftstrauss."

  Pferdchen: "Ich bin Pferdchen."

  Der Künstler staunt: "Oh, ?hm, ja klar."

  Der Künstler reisst sich zusammen, wirft sich in Pose und verkündet stolz: "Und ich bin Faselbert der Unsterbliche."

  Pferdchen, neugierig: "Unsterblich? Bist du ein Chromos 1?"

  Faselbert, erschrocken: "Gott bewahre, nein! Sonst w?re ich schon l?ngst im S?uregraben gelandet."

  Giftstrauss, nüchtern: "Aber Natürliche sind nicht unsterblich."

  Faselbert weist auf seine Objekte im Atelier und schw?rmt: "Ich spreche doch von meinem Ruhm als Künstler. Er wird meinen Tod auf ewig überdauern. Der letzte Tag meines Lebens ist der erste Tag meiner Unsterblichkeit."

  Pferdchen, nüchtern: "Bis jetzt dachte ich, das letzte Tag des Lebens sei das letzte Tag des Lebens."

  Faselbert gibt sich erschüttert: "Ach Gott, was für eine trostlose Weltanschauung."

  Faselbert geht zu einem Objekt, welches aus einem mannshohen Drahtgestell in Form einer Banane besteht, in dem ein aus anderen Materialien gefertigter stilisierter Magen aufgeh?ngt ist. Faselbert weist auf das Objekt und kommentiert: "Seht doch hier, wie Kunst und Weisheit sich zur ewig gültigen Aussage verdichten. Dieses Objekt tr?gt den Titel 'Die Ahnung der Banane' und illustriert die Ahnung der Banane, dass ihr Leben in einem Magen enden wird. Ist es trauriges Schicksal, hingenommene Bestimmung oder gar freudvolle Erfüllung? Spürt ihr nicht beim Anblick dieses Werkes das Vibrieren der ewigen Frage nach dem Sinn des Lebens?"

  Pferdchen, unbeeindruckt: "Wir geben unserem Leben selber ein Sinn, dann brauchen wir nicht ewig zu vibrieren."

  Faselbert macht grosse Augen ...

  ... und stellt sein n?chstes Werk vor, eine in Draht erstarrte Szene mit einem Baum, von dem ein Apfel wegkullert: "Der Titel dieses Werkes lautet 'Der Apfel rollt weiter, als du denkst' und ist gedacht als Antithese zum Sprichwort 'Der Apfel f?llt nicht weit vom Stamm'. Es soll uns befreien vom Schatten, den unsere Eltern auf unser Leben werfen, im weitesten Sinne befreien vom Joch der Abstammung."

  Hopp, nüchtern: "Ich habe keine Eltern."

  Pferdchen und Giftstrauss, im Chor: "Was sind Eltern?"

  Faselbert, etwas verwirrt: "?hm, ja dann ..."

  Fast etwas verzweifelt, weil ihm so konsequent die Anerkennung verweigert wird, wendet sich Faselbert dem n?chsten Draht-Kunstwerk zu. Es handelt sich um einen sterbenden Menschen, dessen als Komet mit spitzen Lichtstrahlen dargestellte Seele zu einem Neugeborenen fliegt.

  Faselbert reisst sich zusammen und kommentiert tapfer: "Dieses Kunstwerk tr?gt den Titel 'Der vollkommene Trost' und beschreibt die Losl?sung der Seele aus dem sterbenden Leib und den übergang in neugeborenes Fleisch mit frischer Kraft. Es nimmt uns die Angst vor dem endgültigen Verl?schen und gibt uns die Gewissheit, dass all unser Streben seinen Fortgang findet bis zum sinnvollen Abschluss."

  Hopp wieselt zum Kunstwerk. Pferdchen, nüchtern: "Ambellmi kann dir das Angst auch ganz klein machen."

  Giftstrauss: "Da l?st sich nichts los, wenn jemand stirbt. Das hat Ambellmi gesagt."

  Hopp befummelt die stachlige "Kometenseele" und sagt kritisch: "Deine Seele ist ja ganz stachelig."

  Faselbert ist erschlagen und scheint mit ausgebreiteten Armen eine unbekannte Macht im Himmel um Beistand anzuflehen.

  Hopp, zu Faselbert: "Warum bist du allein mit deinen komischen Sachen? Dein Haus ist doch gross."

  Faselbert denkt beleidigt: ' 'Komischen Sachen'!'

  Faselbert reisst sich zusammen und erl?utert selbst verliebt: "Das liegt daran, dass es für gew?hnliche Leute nicht einfach ist, in Gegenwart eines Genies zu leben. Sie kommen sich dann so bedeutungslos vor."

  Hopp: "Was ist ein 'Genies'?"

  Faselbert, seufzend ob so viel Unbedarftheit: "Ein überragender Geist, der Werke schafft, die gew?hnliche Leute niemals zustande bringen."

  Pferdchen greift nach einem Bund mit aufgerolltem Draht, der so dick ist, dass Natürliche ihn nur mit Werkzeug biegen k?nnen.

  Pferdchen wickelt den Draht mühelos ab und beginnt bei Giftstrauss' Füssen, dessen K?rperkontur mit dem Draht nachzubilden. Faselbert denkt verblüfft: 'Um diesen Draht zu biegen, brauche ich eine Zange. Dieser Knirps macht es mit blossen H?nden!'

  Kaum hat Pferdchen den K?rper von Giftstrauss nachgeformt, kr?ht Hopp: "Flügel, Flügel!"

  Hopp beobachtet Pferdchen, wie es kleine Flügel zu formen beginnt, und protestiert: "Aber die Flügel eines Engels sind doch viel gr?sser."

  Pferdchen macht die Flügel doppelt so gross. Hopp kraxelt an dem Drahtgestell hoch, ...

  ... stellt sich auf den Rücken und ruft lachend mit ausgebreiteten Armen: "Ich fliege! Ich fliege!"

  Wie Pferdchen seine Skulptur vollendet hat, sagt es zu Faselbert: "Bin ich jetzt auch ein Genie?"

  Faselbert ruft im Brustton der überzeugung: "Nein, natürlich nicht! Das geniale an einer Skulptur ist doch ihr Sinn, ihre geistige Bedeutung und nicht das Handwerk!"

  Pferdchen stellt sich vor Giftstrauss, auf dessen Skulpturrücken das M?dchen immer noch "fliegt", und fragt kritisch: "Sag mal, Giftstrauss, hast du eigentlich ein Sinn?"

  Giftstrauss, selbstkritisch, nachdenklich "Hm, nicht, dass ich wüsste."

  Pferdchen, mit gespieltem Jammer: "Aber du kannst mich jetzt nicht h?ngen lassen. Ich will doch auch ein Genie sein. Also hab gef?lligst Sinn!"

  Giftstrauss tut, als denke er ernsthaft nach: "Hm, hm ..."

  Giftstrauss z?gert: "?hm, ... ich atme ... Ob das Sinn macht?"

  Hopp, lachend: "Ich fliege! Ich atme! Ich fliege!"

  Pferdchen, zweifelnd: "Ob dein stinkendes Atem Sinn macht ... ?"

  Pferdchen, überzeugter: "Aber Hopp hat Freude, das ist doch was."

  Pferdchen, zu Faselbert, freudig: "Dieses Kunstwerk tr?gt das Titel 'Engel Giftstrauss macht Hopp Freude'. Bin ich jetzt ein Genie?"

  Erschüttert über so viel Verkennung seiner Genialit?t, muss Faselbert nur noch weinen.

  Giftstrauss, befremdet: "Warum l?sst es seine Augen tropfen?"

  Pferdchen, selbstgef?llig: "Mein Kunst l?sst niemanden kalt. Ich bin ein Genie!"

  Giftstrauss, der in der Skulptur wie in einem K?fig steht, nüchtern: "K?nnt ihr Genies mir sagen, wie ich da raus komme?"

  Hopp ist inzwischen abgestiegen und betrachtet grübelnd neben Pferdchen Giftstrauss mit seinem Gef?ngnisproblem.

  Pferdchen spottet lachend: "Verhungere einfach! Dann k?nnen wir deine Knochen einzeln rausziehen."

  Hopp tanzt um Giftstrauss herum und ruft dabei fr?hlich: "Ich nehme einen Engelsknochen und schlage alle Teufel tot!"

  Faselbert betrachtet die absurde Szene und denkt erschüttert: 'Die sind verrückt ...'

  Faselbert versucht die Ordnung in seinem Atelier wieder in den Griff zu bekommen: "?hm, mir zu Ehren wird in wenigen Tagen eine Ausstellung in der Galerie für moderne Kunst er?ffnet. Ich muss noch einigen Skulpturen den letzten Schliff geben, bevor ich sie in die Galerie bringen kann. Wenn ihr mich also entschuldigen ..."

  Pferdchen unterbricht: "Und wie bringst du deine Eisenklumpen dorthin?"

  Faselbert denkt betupft: 'Eisenklumpen!', bemüht sich aber um sachliche Auskunft: "Ich stelle die Skulpturen auf einen Transporter und lasse sie vorsichtig hin fahren."

  Giftstrauss, die Skulpturen betrachtend: "Warum vorsichtig? Das merkt doch niemand, wenn da ein Delle drin ist."

  Faselbert ist entrüstet: "Also ich muss doch sehr bitten. Ich habe um jeden Zentimeter dieser Formen mit mir gerungen."

  Pferdchen packt sich, als w?ren seine Arme die eines Angreifers, ...

  ... uns wirft sich, mit dem imagin?ren Gegner ringend zu Boden. Hopp ist etwas überrascht. Faselbert verblüfft.

  Pferdchen h?lt inne und gibt sich ersch?pft: "Puh, so mit sich selbst zu ringen ist schon schwer ... Faselbert, du bist ein anstrengendes Künstler."

  Faselbert ist beleidigt. Giftstrauss kichert.

  Pferdchen, zu Giftstrauss: "Wir verwandeln uns jetzt in Kunstwerke. Dann kann Faselbert uns durch das Stadt fahren."

  Giftstrauss, kritisch: "Aber wir sind keine Eisenklumpen."

  Pferdchen: "Faselbert kann den Leuten ja sagen, es habe endlich etwas Sch?nes machen wollen und dafür noch anderes Material eingesetzt."

  Faselbert gibt ein beleidigtes "Hmpf" von sich und schimpft: "Ich verrate doch nicht mein Verst?ndnis von Sch?nheit und Wahrheit, bloss weil ihr eine Transportgelegenheit sucht. Warum verlasst ihr nicht mein Haus und g?nnt mir meine wohl verdiente Ruhe?!"

  Pferdchen: "Vielleicht weil wir ohne Tarnung tot sind?"

  Faselbert protestiert: "Aber ihr seid doch auch her gekommen mit dieser Nonnentracht."

  Giftstrauss: "Das hat nicht so gut funktioniert. Wir mussten schon zwei Guards erledigen und am Tag wird sich niemand t?uschen lassen."

  Faselbert denkt geschockt: 'Sie haben Guards umgebracht!'

  Faselbert wird nerv?s, denkt: 'Diese Witzfiguren wollen Guards get?tet haben? Hahaha.' und sagt: "?hm, und wie ... ich meine, wo habt ihr eure Waffen?"

  Hopp tritt vor Faselbert und erkl?rt ihm den Sachverhalt: "Es sind Engel. Die brauchen keine Waffen. Wenn uns jemand B?ses will, macht Gott Schleim aus ihm."

  Faselbert wird's unheimlich, wie er denkt: 'Die Kleine macht mir Angst.' und sagt: "Alles klar."

  Faselbert denkt gestresst: 'Die lassen sich nicht abwimmeln. Wenn ich nicht Hand zu einer L?sung biete, ist wom?glich mein Leben in Gefahr ...'

  Faselbert reisst sich zusammen: "Nun, als Teil meines künstlerischen Schaffens kann ich euch nicht pr?sentieren, aber vielleicht als Gipsmodelle, die ich mir zur Inspiration für ein Meisterwerk angefertigt habe ..."

  Faselberts Miene hellt sich auf: "Ja, das ist es! Ich werde in der Galerie an diesem Kunstwerk arbeiten. Dann biete ich den Kunstinteressierten eine zus?tzliche Attraktion und ihr habt eure Tarnung."

  Pferdchen: "Ich war zwar noch nie ein Gipsmodell, aber wenn's klappt, ist's gut."

  Szeneanfang:

  Am n?chsten Morgen sitzt Faselbert in der Kabine eines selbststeuernden Elektrotransporters, auf dessen Ladefl?che reglos die mit Gips best?ubten Kampforganismen stehen. Hopp sitzt in einem zweiten Elektrotransporter, auf dessen Ladefl?che das Wegdopplerwesen aus der Kirche steht. Die beiden Transporter bewegen sich langsam durch Natural City.

  Ein paar Meter weiter werden sie von zwei Guards aufgehalten.

  Guard A be?ugt misstrauisch die "Gipsfiguren", w?hrend Guard B zu Hopp schlendert.

  Guard B, zu Hopp: "Wer bist du?"

  Hopp, treuherzig: "Ich bin die Assistentin von Faselbert dem Unsterblichen."

  Guard B wendet sich dem Wegdoppler zu und denkt stirnrunzelnd: 'Ein P?dophiler.'

  Guard B: "Und was ist das?"

  Hopp, wie oben: "Ein Frühstück."

  Guard B, b?se lachend: "Willst du mich verarschen?"

  Hopp begreift nicht und sagt harmlos: "Nein, es ist ein Werk, das Faselbert früher mal gemacht hat."

  Guard A begreift und lacht amüsiert: "Ach so, du meinst ein Frühwerk."

  Hopp, treuherzig: "Sag ich doch, ein Frühstück."

  Guard B schlendert grinsend zum ersten Transporter zurück und denkt: 'Niedlich, die Kleine.'

  Guard A ist auf die Ladefl?che geklettert und betastet Giftstrauss. Guard A, misstrauisch: "Die ist ja warm."

  Faselbert, seine Nervosit?t unterdrückend: "Aber gewiss doch, ich habe sie erst vorhin gegossen. Und Gips wird warm beim Aush?rten."

  Guard A sieht, wie Guard B ihn zu sich winkt ...

  ... und steigt vom Transporter, ...

  ... sodass ihm Guard B ins Ohr flüstern kann: "Das ist Faselbert der Unsterbliche, einer der berühmtesten Künstler von Natural City. Wenn er sich beschwert, k?nnte es ?rger geben für uns."

  Guard A zeigt eine begreifende Miene.

  Salutierend lassen die Guards die beiden Transporter ziehen.

  Unbehelligt von weiteren Kontrollen, erreichen Sie die Galerie für moderne Kunst, ...

  ... wo alsbald ein paar Galerieangestellte Pferdchen, Giftstrauss und den Wegdoppler in die Galerie tragen.

  Kaum sind sie in der Galerie, ist Faselbert in seinem Element, wie er die Leute für den Aufbau seiner Ausstellung herum dirigieren kann.

  Schliesslich stehen Giftstrauss und Pferdchen neben dem Wegdoppler, damit sie ihm den richtigen Zielwunsch übermitteln k?nnen. Neben den Kampforganismen hat Faselbert eine kleine Werkstatt eingerichtet mit einem Arbeitstisch, einem Amboss, einer Schweissanlage und verschiedenen Zangen und H?mmern. Vor dem Wegdoppler steht ein kleines Schild:

  "Ausgleich

  Frühwerk

  unverk?uflich"

  Hinter der Werkstatt h?ngt ein grosses Schild: "Work in Progress".

  Wie die Ausstellung offen ist, str?men etliche Kunstinteressierte zum Galeriegeb?ude.

  Um Faselberts Werkstatt bildet sich eine Menschentraube, die fasziniert beobachtet, wie der Künstler mit Get?se einen Draht auf dem Amboss beh?mmert.

  Faselbert h?lt das geformte Drahtstück prüfend in die H?he. Eine Frau aus dem Publikum, respektvoll: "Wie soll denn Ihr Work in Progress heissen, verehrter Meister?"

  Faselbert erstarrt und sein Blick entrückt, als lausche er einer Musenstimme.

  Langsam wendet sich Faselbert dem Publikum zu, wobei sein entrückter Blick über die Leute hinweg geht.

  über das Publikum hinweg schauend, berichtet Faselbert mit stiller Verzückung von dem Wunder, wie es nur Auserw?hlten zuteil wird: "Es geschah in dieser Nacht ..."

  Faselbert, grossgestig mit flacher Hand auf die Kampforganismen weisend, als wolle er sie betasten, wie oben: "... als jene Gestalten mir im Traum erschienen. Sogleich war mir klar: Dies ist eine Botschaft! ..."

  Faselbert, wie oben, mit dramatischem Akzent: "... Doch war sie verschlüsselt. Was sollte ich tun? ..."

  Das Publikum h?ngt gebannt an Faselberts Lippen.

  Faselbert, wie oben: "... Ehe diese Zeichen entschwanden, sich für immer dem menschlichen Geist entzogen, musste ich sie bannen ..."

  Faselbert, wie oben, dramatischer: "... Also wischte ich des Schlafes Fesseln hinweg und goss sie in fassbare Gestalt, zwar schn?den Gips nur, doch dauerhaft genug, dass heute oder morgen das R?tsel dem unerbittlich Forschenden sich ergeben muss."

  Frau von vorhin, tief beeindruckt: "Haben Sie das R?tsel schon gel?st, verehrter Meister?"

  Faselbert, grimmig entschlossen: "Mit jedem Schlag meines Hammers füge ich dem R?tsel einen Riss hinzu, bis es zerspringt und Weisheit sich ergiesst in meinen dankbaren Geist."

  Ehrfürchtig umsteht das Publikum die beiden "Gipsfiguren". Ein junger Mann, anerkennend: "Die sehen aus wie echt."

  Seine Freundin: "Siehst du, Faselbert ist eben ein echter Künstler, der nicht nur Draht verbiegen kann, wie du immer sagst."

  Unterdrückte Lacher im Publikum. Faselbert ?rgert sich.

  Das Publikum zieht weiter, am Wegdoppler vorbei.

  Pferdchen flüstert zu Giftstrauss: "Wie fühlst du dich so als Kunstwerk?"

  Giftstrauss, nüchtern: "Staubig."

  Pferdchen muss lachen, was die befremdete Aufmerksamkeit des jungen P?rchens, welches sich noch auf der H?he des Wegdopplers befindet, auf sich zieht.

  Bevor das P?rchen sich n?her mit der Herkunft des Lachens besch?ftigen kann, taucht Hopp hinter dem Wegdoppler auf und sagt mit einer einladenden Geste auf die mittlere Plattform des Wegdopplers: "Wollt ihr nicht mal ein Kunstwerk von Faselbert betreten?"

  Das P?rchen staunt. Frau: "Ja, dürfen wir denn das?"

  Als Antwort ergreift Hopp die Hand der Frau und zieht sie auf die Plattform. Ihr Freund folgt nach.

  Wie das P?rchen etwas unbehaglich auf dem vermeintlichen Kunstwerk steht, krabbelt Hopp bei den Kampforganismen runter und zwinkert ihnen zu.

  Giftstrauss und Pferdchen konzentrieren sich ...

  ... und das P?rchen wird weggedoppelt.

  Als w?re sein Blut geronnen, steht Faselbert da und starrt fassungslos auf den Wegdoppler.

  Wie Faselbert seine Sprache wiederfindet, zeigt er fahrig auf den Wegdoppler und stammelt: "Das ... was ... wo ... ?hm ... wie ...?"

  Bevor jemand antworten kann, n?hern sich Kunstinteressierte, sodass Pferdchen und Giftstrauss zur Leblosigkeit erstarren. Auch der verwirrte Faselbert wirkt wie eingefroren, wodurch er für die Kunstinteressierten wie eine Statue wirkt.

  Die Kunstinteressierten stehen vor der kleinen Werkstatt, dem gefrorenen Faselbert und dem grossen "Work in Progress"-Schild. Die Szenerie sieht aus wie ein Kunstwerk. Ein Mann, begeistert: "Diese Inszenierung ist einfach phantastisch! Eine Momentaufnahme von der Geburt eines Kunstwerks!"

  Eine Frau, begeistert: "Und so lebensecht!"

  Andere Frau, begeistert: "Ja, das berührt mich viel mehr als diese kalten Drahtgestelle."

  Zum Schock über das verschwundene P?rchen kommt nun noch die Zumutung der Kommentare. Zur Verblüffung des Publikums l?sst Faselbert langsam Arme und Kopf h?ngen, ...

  ... sinkt auf die Knie ...

  ... und schluchzt wehklagend los: "Warum müssen jene zarten Seelen, die sich schon verausgaben, um den Nachthimmel der Menschheit zu erleuchten, noch diesen Spott und diese Ignoranz ertragen?"

  Irritiert zieht das Publikum weiter und schimpft: "Will der uns verarschen?", "Also so was!".

  Hopp geht zu dem zusammen gesunkenen Faselbert, berührt ihn tr?stend und sagt, dem weiter gehenden Publikum nach schauend: "Du musst nicht traurig sein, Faselbert. Diese Leute kommen nicht in den Himmel."

  Faselbert fasst Hopp bei den Schultern und fragt, erschüttert von so viel kindlicher Dummheit: "Warum sagst du so etwas? Es gibt doch sowieso keinen Himmel."

  Hopp muss lachen: "Du bist dumm, Faselbert ..."

  Wie Hopp Faselberts Hand nimmt, steht Faselbert auf und l?sst sich in Richtung Wegdoppler ziehen. Hopp: "Ich zeige dir den Himmel. Seit der Teufel tot ist, ist es dort ganz sch?n."

  Mit dem Ausdruck gr?ssten Unbehagens steht Faselbert allein auf der mittleren Plattform des Wegdopplers ...

  ... und ist gleich darauf verschwunden.

  Pferdchen kommentiert sp?ttisch: "Jetzt, wo es auf dem Mars ist, kann es am Nachthimmel des Menschheit leuchten."

  Giftstrauss kichert.

  Hopp kraxelt auf den Amboss und sagt: "Ich will auch ein Kunstwerk sein."

  Hopp steht mit einem Bein auf dem Amboss und hat den Oberk?rper wie eine Schlittschuhl?uferin parallel zum Boden abgeknickt. Der Oberschenkel des anderen Beines ist ebenfalls parallel zum Boden ausgestreckt, w?hrend der Unterschenkel senkrecht nach oben weist.

  Ein paar Kunstinteressierte n?hern sich und staunen: "Oh, wie niedlich!", "Was für ein vollkommenes Werk!".

  Ein ?lterer Mann n?hert sich Hopp von hinten und wirft einen prüfenden Blick unter ihr Kleidchen. Mann: "Die tr?gt ja sogar Unterw?sche."

  Das ist Hopp zu viel. Sie l?sst den senkrechten Unterschenkel nach unten fallen, sodass der Fuss den ?lteren Mann ins Gesicht trifft und ruft: "He!"

  Der Mann ist zuerst verblüfft, ...

  ... streckt dann aber zornig seine Hand aus, um Hopp am Ohr zu packen, und ruft: "Was f?llt dir ein, du freches G?r!"

  Noch bevor der Mann Hopp berührt, ist ihm Pferdchen auf die Brust gesprungen. Sich mit der einen Hand an der Kleidung des Mannes fest haltend und mit der geballten Faust der anderen auf das Gesicht des Mannes zielend, sagt Pferdchen: "Wenn du Hopp angreifst, wird es Nacht in deinem Kopf."

  Eine Frau schreit erschrocken. Der ?ltere Mann ist verblüfft, ...

  ... findet aber angesichts des kleinen K?rpers von Pferdchen seine Selbstsicherheit wieder und sagt sp?ttisch: "In dieser Ausstellung sind wohl alle Objekte Schwindel."

  Wütend wischt der Mann Pferdchen von seiner Brust, dessen Halt an der Kleidung abreisst.

  Weit ausholend, will der Mann Hopp eine Ohrfeige geben, ...

  ... da landet Pferdchen schon in seinem Rücken und reisst den ausgestreckten Arm nach hinten, ...

  ... sodass der Mann das Gleichgewicht verliert ...

  ... und hinf?llt.

  Pferdchen versetzt dem Mann einen Tritt mit dem Huf, sodass er bewusstlos liegen bleibt.

  Schon stürzt sich mit erhobenem Hammer ein junger Mann auf Pferdchen, ...

  ... das dem Schlag blitzschnell ausweicht, ...

  ... hinter den Mann huscht ...

  ... und ihn mit einem Doppeltritt seiner Hinterhufe in die Kniekehlen zu Fall bringt.

  W?hrend der taumelnde Mann auf seinen Knien versucht das Gleichgewicht zu halten, springt Pferdchen auf seine Schulter ...

  ... und haut seine zierliche Faust wie einen Hammer auf den Sch?del des Mannes, ...

  ... was diesen sogleich bewusstlos umkippen l?sst.

  Unentschlossen, ob er angreifen oder fliehen soll, beobachtet ein weiterer Mann die Szene, w?hrend hinter ihm Frauen, "Monster!" rufend, davonlaufen.

  Pferdchen mustert den Mann mit ruhigem, festem Blick, was diesen davon überzeugt, dass er wohl keine Chance hat.

  Der Mann flieht und ruft: "Hilfe, Monster!"

  Die Rufe locken zwei mit Maschinenpistolen bewaffnete Wachm?nner der Galerie (keine Guards) an.

  Mit den Maschinenpistolen im Anschlag n?hern sich die beiden Sicherheitsleute vorsichtig Faselberts Werkstatt, wo Pferdchen und Giftstrauss, eingefroren wie harmlose Gipsfiguren, herum stehen. Die bewusstlosen M?nner sind hinter Faselberts Arbeitstisch nicht zu sehen.

  Wachmann A, misstrauisch zu Hopp: "Was ist hier los?"

  Hopp klopft auf den gepuderten Giftstrauss, dass es nur so staubt, und sagt harmlos: "Diese Gipsfiguren sehen so echt aus. Da haben die Leute Angst bekommen."

  Wachmann B, misstrauisch zu Hopp: "Und du hast keine Angst?"

  Hopp, harmlos: "Nein, ich habe Faselbert geholfen, sie zu machen. Sie tun mir nichts."

  Derweil rennen die ver?ngstigten Leute "Monster!" rufend aus der Galerie und erregen damit die Aufmerksamkeit von vier Guards, ...

  ... die sogleich in die Galerie stürmen, ...

  ... wo sie die beiden Wachm?nner vor Faselberts Werkstatt sehen. Guard A ruft: "Was ist hier los?!"

  Neugierig drehen sich die Wachm?nner um und richten dabei unabsichtlich ihre Maschinenpistolen auf die Guards, ...

  ... die sofort das Feuer aus ihren Sturmgewehren er?ffnen.

  Von etlichen Kugeln getroffen, sinken die beiden Wachm?nner tot zu Boden.

  Die Guards n?hern sich schussbereit den Leichen. Guard B, verwirrt: "Aber das waren doch bloss Wachleute. Warum haben wir sie erschossen?"

  Guard A, ver?rgert über die Kritik: "Idiot, sie haben auf uns gezielt."

  Guard C, nüchtern: "Die sind selber schuld. Nur die Natural Guard darf Waffen tragen."

  Guard D entdeckt Hopp, die sich hinter Faselberts Werktisch versteckt hat, und die bewusstlosen M?nner. Guard D, etwas überrascht: "He, Kleine, was machst du hier? Und warum liegen hier zwei M?nner am Boden?"

  Hopp, treuherzig zu Guard D: "Der hat mir unter den Rock geguckt. Da hat ihn der Engel des Herrn einschlafen lassen."

  Diese Antwort übersteigt den Horizont von Guard D sichtlich, was er mit einem "H??" zum Ausdruck bringt.

  Guard D, drohend zu Hopp: "Wenn du uns nicht sofort sagst, was hier passiert ist, nehmen wir dich mit."

  Zur Verblüffung von Guard D rennt Hopp weg und kr?ht fr?hlich: "Fang mich doch!"

  Grimmig verfolgt Guard D Hopp, die lachend um den Wegdoppler rennt, weil sie es für ein Spiel h?lt.

  Wie Hopp den Wegdoppler umkreist hat, steht sie pl?tzlich vor den Guards A, B und C, die ihr mit angelegten Gewehren den Weg versperren. Guard A, kalt: "Bleib stehen oder du bist tot!"

  Hopp bleibt stehen und protestiert: "Das ist aber nicht lustig."

  Guard D n?hert sich Hopp von hinten, um sie zu packen, ...

  ... erstarrt aber vor Entsetzen, wie seine drei Kameraden wie flüssiges Wachs zu zerfliessen beginnen.

  Gehetzt schaut Guard D sich nach der Ursache um, ...

  ... bis er Giftstrauss' Blick begegnet und ein Kügelchen auf sich zufliegen sieht.

  Guard Ds Sicht wird trüb ...

  ... und erlischt.

  Pferdchen, kritisch: "Wenn wir so weiter machen, haben wir viele Tote und kaum jemanden im Himmel."

  Giftstrauss packt einen der bewusstlosen M?nner und sagt: "Lass uns wenigstens das Unterhosengucker und das Hammermann retten."

  W?hrend die Kampforganismen die beiden M?nner auf den Wegdoppler hieven, putzt Hopp mit einem Wischer die Schleimpfützen weg.

  Die Leichen der Wachm?nner, Uniformen und Gewehre der Guards wandern in einen Kasten mit der Aufschrift "Recycling".

  Wie alles sauber und unauff?llig ist, sagt Pferdchen: "Hopp wird jetzt die Leute gezielt einladen, das Wegdoppler zu betreten. Und wir stellen uns dahinter, als w?ren wir Teil des Kunstwerks."

  Szeneanfang:

  In der Universit?t wirft Myrta Behr eine Münze in einen grossen Kaffeeautomaten.

  Der Automat spuckt einen Becher aus, der sich mit Kaffee zu füllen beginnt. Eine Studentin n?hert sich und sagt respektvoll l?chelnd: "Guten Tag, Frau Doktor Behr."

  Wie die Studentin sich beim Automaten anstellt, flüstert Myrta ihr zu: "Ich bin Mitglied der Friends of Guards. Wir verw?hnen die Guards mit selbst gemachten Leckereien, um sie dann an einem Stichtag alle gleichzeitig zu vergiften und das Diktatur zu beenden. Wollen Sie bei uns mit machen?"

  Die Studentin starrt überrascht vor sich hin, ...

  ... schaut voller Angst Myrta an und sagt: "Nein ... Das ... Das ist nichts für mich ... Ich muss Sie anzeigen, sonst werde ich als Mitwisserin get?tet."

  Wie die Studentin sich zum Gehen wendet, richtet Myrta unauff?llig den Hirnschocker auf ihren Kopf und bet?tigt den Ausl?ser.

  Verwirrt bleibt die Studentin stehen. Myrta sagt l?chelnd: "Sie haben Ihr Kaffee vergessen."

  Die Studentin dreht sich um, versucht ihre Verwirrung mit einem L?cheln zu überspielen und sagt: "Oh, wie schusslig von mir. Vielen Dank, Frau Doktor Behr."

  Im Weggehen trinkt die Studentin einen Schluck und denkt: 'B?h, der ist ja gar nicht süss.'

  Myrta schaut der Studentin nach und denkt mit schmerzlichem L?cheln: 'Es hat nicht mal gemerkt, dass es mein Kaffee war. Das Hirnschocker funktioniert perfekt, ganz im Gegensatz zu den Friends of Guards ...'

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